
Wahlkreis 79: Berlin - Steglitz-Zehlendorf - Karl-Georg Wellmann gewinnt für die CDU
Wer in Berlins beschaulichem Südwesten gegen die CDU antreten will, braucht seit jeher gute Argumente. Denn Steglitz-Zehlendorf hat traditionell immer eher konservativ gewählt - und auch dieses Mal. CDU-Kandidat Karl-Georg Wellmann hat sich problemlos gegen seine Kontrahenten durchsetzen können.
In Berlins Südwesten hat die Bürgerlichkeit ein Zuhause. Und die Natur. Und die Wissenschaft. Und die Kultur. Viele Probleme, die die Hauptstädter andernorts plagen, kennt man in Steglitz-Zehlendorf nur aus der Zeitung. Die Arbeitslosigkeit ist niedrig, das Bildungsniveau der rund 280.000 Einwohner hoch, ebenso wie der Grünflächenanteil und das Durchschnittsalter. Kurzum: Wer unvoreingenommen in den Bezirk stolpert, stößt eher auf eine Mischung aus Idylle, Bildungsbürgertum und Kleinstadt-Beschaulichkeit als auf soziale und andere Nöte.
Zu diesem Bild tragen nicht zuletzt die sich großzügig hinziehenden Erholungsgebiete mit ihren Seen bei. Schlachtensee, Krumme Lanke und Grunewaldsee stehen als Ausflugsziele bei den Berlinern seit je her hoch im Kurs. Und das mit 46 Jahren höchste Durchschnittsalter aller Berliner Bezirke wird im öffentlichen Stadtbild dadurch gesenkt, dass der Bezirk auch Sitz der Freien Universität ist. Die U-Bahnlinie 3 von und nach Krumme Lanke ist die Studentenroute Berlins. Zur Wissenschaft zählt auch der Steglitzer Charité-Campus mit dem Universitätsklinikum Benjamin Franklin.
Probleme? Sorgen? Die gibt es auch. Zumindest ein sozialer Brennpunkt findet sich auch im Südwesten, genauer in Lichterfelde-Süd. In der Thermometer-Siedlung mit ihren rund 60 Hochhäusern, die Ende der 60-er, Anfang der 70-er Jahre gebaut wurden, ist die Sozialstruktur eine andere als im Rest des Bezirks. Die meisten der rund 6000 Menschen, die hier Zuhause sind haben eine Zuwandererbiografie und sind ärmer. Die Polizei registriert in der Großsiedlung eine deutlich höhere Kriminalitätsrate als anderswo in Steglitz-Zehlendorf.


