
Wahlkreis 82: Berlin - Neukölln - Felgentreu knapp vor Schwarzer
Arbeitslosigkeit, Integration, Gentrifizierung und Verdrängung - das sind die zentralen Themen mit denen Berlins ärmster Bezirk zu kämpfen hat. Neukölln ist sehr heterogen - und politsch zwischen CDU und SPD gespalten. Am Ende setzte sich der SPD-Kandidat knapp durch.
Neukölln – das ist Brennpunkt und Britzer Garten. Der Bezirk reicht vom angesagten "Kreuzkölln" im Norden, wo die jungen Kreativen längst von Kreuzberg rübergeschwappt sind, wo Ateliers, Läden und Bars eröffnen und die Mieten steigen, bis zum südlichen Stadtrand, zu Hochhaussiedlung und grüner Einfamilienhausidylle.
Der Bezirk wächst. Im Norden ist er besonders kinderreich, im Süden leben vermehrt die Betagteren, aber auch die, die sich den szenigen Teil von Neukölln nicht (mehr) leisten können. Neukölln kennt Aufwertung und Arbeitslosigkeit, Kleingartenkolonie und Kriminalität, Party und Parallelgesellschaft. Von den rund 318.000 Menschen, die hier leben, sind 41 Prozent zugewandert.
In keinem anderen Berliner Bezirk leben so viele arme Menschen wie hier. Deutschlands größtes Jobcenter steht in Neukölln. Arbeitslosigkeit, Integration, Gentrifizierung und Verdrängung sind die Themen, mit denen die Politiker im Bezirk konfrontiert sind. Mit Quartiersmanagement und Projekten wie den republikweit bekannten "Stadtteilmüttern" versucht der Bezirk, sein Image als "Problemkiez" zu bekämpfen. Zum Beispiel auch mit dem jährlichen Festival "48Stunden Neukölln", für das sich Künstler und Kulturschaffende vernetzt haben. Und mittlerweile gibt es sogar einen eigenen Stadtführer für Neukölln-Touristen.


