
Wahlkreis 58: Oberhavel – Havelland II - CDU-Kandidat Feiler überholt alle
Es ist mehr als eine Zäsur: Hier war seit 1990 immer SPD-Land. Aktueller Platzhirsch war schon seit 1998 Angelika Krüger-Leißner. Doch das ist nun Geschichte. Uwe Feiler von der CDU hat der Sozialdemokratin das Direktmandat abgejagt - und zwar mit klarem Abstand.
Der Wahlkreis 58 gliedert sich in zwei strukturell sehr unterschiedliche Regionen: Zwei Drittel liegen im Berliner Speckgürtel - mit Einfamilienhaussiedlungen, Gewerbegebieten, Schnellstraßen und S-Bahn-Anschluss. In diesem sehr urbanen Raum liegen Oranienburg und die immer weiter wachsende Stadt Falkensee, die ihre Einwohnerzahl seit der Wende fast verdoppelt hat und mittlerweile die fünfgrößte Stadt Brandenburgs ist. Vermutlich ist sie außerdem die brandenburgische Stadt, in der die meisten Wessis wohnen.
Den anderen Teil des Wahlkreises prägt weites Land rund um kleine Städtchen wie Gransee, Fürstenberg oder Zehdenick. Neben ein paar größeren Betrieben gibt es vor allem Land- und Forstwirtschaft. Die allerdings bieten nur noch wenige Jobs. Deshalb fahren aus dem Norden viele zum Arbeiten nach Berlin oder eben in den erwähnten Speckgürtel – wer einmal im Berufsverkehr im vollen Regionalexpress 5 gesessen hat, der hat einen Eindruck davon, wie viele hier pendeln.
Ein Dauerthema mit Bezug zur Bundespolitik ist der Ausbau der Bundesstraße 96. Der ist bisher nur im südlichen Abschnitt vorgesehen. Aber auch die Orte im Norden leiden unter dem Durchgangsverkehr Richtung Ostsee, der durch die Lkw-Maut auf den Autobahnen noch zugenommen hat. In Fürstenberg/Havel zum Beispiel donnern die Laster mitten durchs Stadtzentrum. Hier hoffen viele darauf, dass der Bund doch noch Geld für eine Umgehung locker macht.


