
Wahlkreis 64: Cottbus – Spree-Neiße - Sprembergs Bürgermeister setzt sich durch
Wolfgang Neskovic hatte den Wahlkreis vor vier Jahren für die Linke geholt. Nun dreht die Region politisch gesehen von rot nach schwarz. Der Spremberger Bürgermeister Klaus-Peter Schulze hat mit deutlichem Abstand gewonnen. Neskovic, inzwischen parteilos, erhielt als Unabhängiger immerhin mehr Stimmen als Grüne und FDP zusammen.
Weit weg von Berlin und doch nicht so richtig ländlich - das macht diesen Wahlkreis aus. Mit Cottbus liegt hier die zweitgrößte Stadt des Landes, ein wichtiges Zentrum für den Süden Brandenburgs.
Die Region drum herum mit den Städten Guben und Forst ist zu großen Teilen von einer zentralen, aber umstrittenen Industrie geprägt: Hier wird Braunkohle gefördert und verstromt. In den Kraftwerken Jänschwalde und Schwarze Pumpe arbeiten tausende Menschen. Die hier produzierte Elektrizität geht in alle Nachbar-Bundesländer, ein großer Teil davon auch nach Berlin. Die Kohle bietet vielen Lausitzern Arbeitsplätze, noch dazu gut bezahlte. Gleichzeitig aber belastet der Rohstoff wie kein anderer Energieträger das Klima.
Und die Tagebaue brauchen viel Platz - zurzeit wird über die Abbaggerung von drei weiteren Dörfern bei Guben diskutiert. Hunderte Menschen könnten hier für die Kohle ihre Heimat verlieren. Diese Diskussionen prägen auch die Politik in diesem Teil der Lausitz.


