
Wahlkreis 65: Elbe-Elster – Oberspreewald-Lausitz II - Michael Stübgen legt noch mal deutlich was drauf
Ist es die Nähe zum CDU-regierten Sachsen? Zwischen Herzberg und Senftenberg hat die CDU schon mehrfach der Dominanz von SPD und Linken in Brandenburg getrotzt und das Direktmandat geholt. Und so kam es auch diesmal - mit deutlichem Abstand.
Mit den Landkreisen Elbe-Elster und Oberspreewald-Lausitz umfasst dieser Wahlkreis eine Gegend Brandenburgs, in der sich viele Menschen schon stark in Richtung Sachsen orientieren. Von hier aus ist es einfacher, nach Leipzig oder Dresden zum Einkaufen zu fahren, statt nach Berlin. Beide Landkreise haben seit 1990 rund ein Drittel ihrer Einwohner verloren.
Elbe-Elster ist stark ländlich geprägt - größere Industrie-Ansiedlungen gibt es hier nicht. Oberspreewald-Lausitz dagegen ist nach wie vor ein bedeutender Industrie-Standort – in Schwarzheide stellt der Chemie-Konzern BASF Kunststoffe her und betreibt eine große Forschungsabteilung. Seine Wurzeln hat dieser Chemie-Standort in der Verarbeitung der Braunkohle, die hier bis in die neunziger Jahre gefördert wurde. Das ist aber vorbei –anders als im Nachbarkreis Spree-Neiße weiter östlich gibt es hier keine aktiven Braunkohle-Tagebaue mehr.
Stattdessen richten sich viele Hoffnungen auf den Tourismus, der indirekt auch wieder mit der Braunkohle zu tun hat. Die gigantischen, aufgegebenen Tagebaue füllen sich nach und nach mit Wasser: Hier entsteht eine gewaltige Seenlandschaft. In Großräschen zum Beispiel wurde schon während der internationalen Bauausstellung im vergangenen Jahrzehnt eine Seepromenade gebaut, die IBA-Terrassen. Damals lagen diese noch oberhalb eines riesigen Sandlochs. Jetzt kommt das Wasser ganz allmählich in Sicht.


