
Noch keine Entscheidung über Testflüge - Antrag auf BER-Teilstart muss nachgebessert werden
Verzögert sich nach dem Gesamtstart des neuen Flughafens nun auch die Teileröffnung? Fakt ist: Die Unterlagen für die Genehmigung des Testbetriebs am Nordpier sind nicht vollständig, wie Baudezernent Klaus Klinkmüller dem rbb sagte.
Nach dem mehrfach verschobenen Gesamtstart des neuen Flughafens BER liegt nun das Augenmerk auf den Zeitplan für die geplante Teileröffnung am Nordpier. Am Dienstag hatten mehrere Medien berichtet, dass sich der geplante Probebetrieb verzögern könnte oder sogar schon vom zuständigen Landkreis Dahme-Spreewald abgelehnt worden sei. Der zuständige Baudezernent Klaus Klinkmüller wies Letzteres im rbb jedoch als falsch zurück.
Allerdings müsse der Antrag der Flughafengesellschaft auf eine Teileröffnung des BER nachgebessert werden, so Klinkmüller. Eine Liste der nachzuliefernden Unterlagen sei der Flughafengesellschaft am Dienstag zugestellt worden. Eine Frist sei nicht gesetzt worden, nach Vorlage aller Antragsunterlagen könne innerhalb von vier Wochen entschieden werden.
Mit dem Probebetrieb sollen die Abläufe am BER getestet werden
Flughafen-Chef Hartmut Mehdorn will mit der Teileröffnung die Abläufe an dem neuen Flughafen testen, während die noch zahlreichen Mängel und Probleme am restlichen Airport abgearbeitet werden. Notwendig sind dafür aber Umbauten am sogenannten Nordpier, einer Abflughalle für Billig-Airlines.
Am Dienstagmorgen hatte "Zeit Online" berichtet, mit dem Start erster Flugzeuge sei erst zum Winterflugplan im Herbst 2014 zu rechnen - und damit ein halbes Jahr später als angestrebt. Als Grund für die Verzögerung führte der Bericht Probleme des Flughafens bei der Genehmigung von Bauanträgen für die notwendigen Umbauten an. Das Bauamt soll demnach darauf drängen, zunächst den bestehenden Flughafen in einen genehmigungsfähigen Zustand zu versetzen. Der Flughafen besitzt bislang noch keine genehmigten Brandschutzanlagen. Diese müssten dem Bericht zufolge für eine Teileröffnung umgebaut werden.
Mehdorns Sprecher Ralf Kunkel sagte am Dienstag zu dem Bericht: "Das sind reine Spekulationen." Auch einen Bericht von "Bild.de", demzufolge das Amt den Antrag abgelehnt habe, nannte er eine Falschmeldung.
Neuer Beamter für das Genehmigungsverfahren
Am Dienstag war auch bekannt geworden, dass Mehdorn eigens für die Bauanträge und das Genehmigungsverfahren einen Brandenburger Regierungsbeamten in die Flughafengesellschaft geholt hat.
Die Zeit ist in jedem Fall knapp. Denn falls der Umbau durchgeht, darf wiederum der Testbetrieb nicht allzu lange laufen: Schon zehn Monate nach dem aktuell geplanten Beginn - im Februar 2015 - müssen alle baulichen Änderungen am Nordpier wieder rückgängig gemacht sein. Unter anderem Gepäckbänder und Schalter müssen wieder abgebaut werden. Grund dafür ist, dass im Februar 2015 die ursprüngliche Genehmigung von 2008 abläuft - und die gilt nur für die damals vorgesehene Nutzung.
Bisher hat auch der Aufsichtsrat des BER noch nicht über den Probebetrieb entschieden.




