Eröffnung des Frachtzentrums am BER (Quelle: dpa)

Mehdorn bleibt bei der Salami-Taktik - Frachtzentrum am BER in Betrieb

Es ist der erste Schritt zur Teileröffnung: Das neue Frachtzentrum am Nordrand des Flughafenareals in Schönefeld ist in Betrieb genommen worden. Unklar ist, ob weitere Teile des BER vorab öffnen.

Das Frachtzentrum auf dem BER-Gelände hat Anfang Juli ihren Betrieb aufgenommen. Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD), der in Personalunion auch Aufsichtsratschef der Flughafengesellschaft ist, eröffnete das Gebäude.

"Das ist ein elementarer Baustein für die Gesamt-Inbetriebsnahme", sagte Flughafenchef Hartmut Mehdorn bei der Feier. Als nächste Schritte nannte er weitere Bereiche des BER wie die Parkhäuser, den Bahnhof oder die Mietwagenstation, die öffnen könnten.

"Rund um den Jahreswechsel" kündigte Mehdorn zudem einen Testbetrieb für kleine Fluggesellschaften am Nordpier an. Auch für das aktuelle Jahr habe er "noch ein paar Sachen im Köcher", sagte Mehdorn. Nichts davon sei aber so groß wie die Eröffnung des Frachtzentrums.

Ortsbegehung

Immer noch im Bau: Hauptstadtflughafen BER (Quelle: dpa)

- Tristesse am Flughafen BER

Geflogen wird noch nicht, aber ímmerhin schon das Frachtzentrum eröffnet. Ansonsten tut sich recht wenig auf der Baustelle und rund um den neuen Flughafen. Eine Ortsbegehung.

Mehdorn hält an Teileröffnung fest

Den Plänen Mehdorns für eine weitere schrittweise Inbetriebnahme des neuen BER erteilten die Flughafengesellschafter bisher eine Absage. Am Mittwoch kündigte der Flughafenchef jedoch eine Entscheidung für den August an. Dann treffe sich die Geschäftsführung mit dem Aufsichtsrat, "zur weiteren Abstimmung", so Mehdorn.

Er hatte vorgeschlagen, mit kleineren Fluggesellschaften den Betrieb am neuen Flughafen zu erproben. "Ich glaube schlicht nicht daran, dass man innerhalb von 24 Stunden aus zwei Flughäfen einen machen kann", sagte Mehdorn Anfang Juni.

Das Cargo-Center wurde am Mittwoch eingeweiht (Bild:dpa)
Frisch eingeweiht: Das neue Cargo-Center in Schönefeld.

Mehr Platz für die Fracht

Hier sollen künftig auf einer Hallenfläche von 12.000 Quadratmetern jährlich rund 100.000 Tonnen Fracht umgeschlagen werden, die den Passagiermaschinen beigeladen werden. Vom alten Schönefelder Flughafen zieht unter anderem die Pflanzengesundheitskontrolle um.

Im September soll laut Mehdorn auch der Zoll seine Räume am Frachtzentrum beziehen. Dann könne auch internationale Luftfracht abgewickelt werden.

Bisher spielt Fracht am alten Schönefelder Flughafen nur eine relativ kleine Rolle. Im vergangenen Jahr wurden 32.000 Tonnen abgefertigt - in München waren es neunmal so viel. Doch die Luftfracht wächst kontinuierlich, in Tegel stößt die Frachtinfrastruktur bereits an ihre Grenzen.

Mehr zum Thema