
Bericht über angeblichen Alleingang - Flughafengesellschaft stellt sich hinter Mehdorn
Hat BER-Chef Mehdorn auf eigene Faust mit Air Berlin über Schadensersatzforderungen gegen den Flughafen verhandelt? Berichte von rbb und Bild-Zeitung legen das nahe, die Flughafengesellschaft dementiert.
Den Informationen zufolge soll Mehdorn nach seiner Amtsübernahme einen Brief an Air Berlin geschickt haben. In dem Schreiben, das im Mai 2013 an seinen Nachfolger bei Air Berlin, Wolfgang Prock-Schauer, ging, soll Mehdorn konkrete Vorschläge gemacht haben, um die Schadenersatzklage von Air Berlin gegen die Flughafengesellschaft beizulegen.
So soll die Zahlung von zehn Millionen Euro sowie die Zusicherung von Werbeflächen im Wert von zwei Millionen Euro angeboten worden sein. Im Gegenzug sollte Air Berlin die Klage zurückziehen, die das Unternehmen noch mit Mehdorn als Chef wegen der verspäteten Eröffnung des BER angestrengt hat.

Was wusste Platzeck?
Im Juni antwortete Mehdorn schriftlich auf Platzecks Rüge. In einem Brief behauptet er, Air Berlin nie materielle Entschädigung für die Einstellung der Klage angeboten zu haben. Er habe lediglich signalisiert, dass "die Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg an einer gütlichen Beilegung der Rechtsstreite interessiert" sei. Auch der Bund, Anteilseigner des BER, wusste dem Bericht der zufolge nichts von den konkreten Angeboten Mehdorns.
Flughafen spricht von "Verhandlungsteam"
Inzwischen ist die Darstellung dementiert worden. Laut rbb-Informationen hat Mehdorn in Sachen Air Berlin ein Verhandlungsteam zusammengestellt, das ohne seine Einflussnahme einen Vorschlag erarbeitet habe, um diverse Rechtsstreitigkeiten zu bereinigen. Die Flughafengesellschaft hat sich inzwischen hinter Mehdorn gestellt. "Nach mehreren Verhandlungsrunden", so heißt es, sei Anfang Mai "ein außergerichtlicher Kompromissvorschlag entstanden. Mehdorn habe diesen Vorschlag noch einmal schriftlich bestätigt und parallel den Aufsichtsratsvorsitzenden Matthias Platzeck über das Vorgehen informiert.
Der Brief Mehdorns vom Mai 2013 erweckt einen anderen Eindruck. Dort ist von einem Gegenvorschlag zu einem Vorschlag Prock-Schauers die Rede und dass die Flughafengesellschaft "nicht auf alle Ihre Forderungen eingehen" könne.
Nach Darstellung der Flughafengesellschaft akzeptierte Air Berlin letztlich den Vorschlag des Verhandlungsteams nicht. Ziel sei es jetzt, die rechtlichen Auseinandersetzungen über ein gerichtliches Schiedsverfahren mit Zustimmung des Aufsichtsrats schnell zu beenden.




