
Flughafen geht frühestens 2014 in Betrieb - BER-Eröffnung wird erneut verschoben
Die Eröffnung des Flughafens Berlin Brandenburg in Schönefeld muss erneut verschoben werden. Das wurde dem rbb aus Aufsichtsratskreisen bestätigt. Der Flughafen wird frühestens 2014 eröffnet, sogar von 2015 ist die Rede.
Die Eröffnung des Flughafens Berlin-Brandenburg in Schönefeld muss erneut verschoben werden. Aus Aufsichtsratskreisen der Flughafengesellschaft wurde dem rbb am Sonntag eine entsprechende Meldung der "Bild"-Zeitung bestätigt.
Unter Berufung auf interne Unterlagen schreibt die Zeitung in ihrer Montagsausgabe, die Flughafen-Gesellschaft habe den Eröffnungstermin 27. Oktober 2013 abgesagt. Wegen massiver Baufehler sei ein Start frühestens 2014 möglich. Experten würden sogar eine Sanierung des Terminals bis 2015 empfehlen. Laut Technik-Chef Horst Amann sei das Hauptproblem, dass beim Brandschutz abweichend von der Baugenehmigung gebaut worden sei.
Dem Bericht zufolge wurden die Gesellschafter und betroffene Firmenvertreter schon am 18. Dezember über die Absage informiert. Die Teilnehmer der Sitzung hätten sich darauf geeinigt, das neue Debakel vorerst nicht öffentlich zu machen.

Wowereit und Platzeck unter Druck
Die Grünen-Politikerin zeigte sich empört darüber, dass die Verschiebung offenbar bereits Mitte Dezember bekannt gewesen sei, die Öffentlichkeit aber nicht informiert worden sei. "Das kann ein Regierender Bürgermeister seiner Stadt nicht antun", sagte sie im rbb-Fernsehen.
Brandenburgs CDU-Fraktionschef Dieter Dombrowski forderte erneut den Rücktritt von Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD). Im rbb sagte Dombrowski, Platzeck habe als Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft und als Regierungschef unverantwortlich gehandelt und werde beiden Aufgaben nicht gerecht.
Auch der Vorsitzende des BER-Untersuchungsausschusses, Martin Delius (Piraten), reagierte wütend. "Dass wir aus der Boulevardpresse erfahren müssen, dass der Eröffnungstermin 2013 eventuell nicht zu halten sein wird, ist eine Frechheit", sagte Delius dem ZDF-Onlineportal heute.de. Alle hätten erwarten dürfen, darüber noch 2012 informiert zu werden.
Stellungnahmen von Wowereit und Platzeck zu den Berichten gab es am Sonntagabend nicht. Weder der Sprecher des Regierenden Bürgermeisters von Berlin noch der Sprecher des brandenburgischen Ministerpräsidenten waren für eine Stellungnahme zu erreichen. Auch die Flughafengesellschaft reagierte nicht.
Verzögerungen kosten Milliarden
Der Flughafen sollte ursprünglich schon 2011 eröffnet werden, doch der Termin wurde mehrfach verschoben, vor allem wegen Problemen an der Brandschutzanlage. Jüngst waren weitere Mängel bekannt geworden - unter anderem an der Tankanlage, der Kühlung des Computersystems und den Rolltreppen.
Die Gesamtkosten für den Airport wurden zuletzt mit rund 4,2 Milliarden Euro angegeben. Anfangs sollten es 2,4 Milliarden Euro sein.
Bauherren sind die Länder Berlin und Brandenburg sowie der Bund. Vor allem vom Bund, der mit 26 Prozent an der Flughafengesellschaft beteiligt ist, kam wegen der Mängel bei Bau und Planung des Airports heftige Kritik an Flughafenchef Rainer Schwarz und dem Aufsichtsrat. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) fordert seit Wochen den Rücktritt von Schwarz und greift auch Aufsichtsratschef Klaus Wowereit (SPD) an.



