Besucher auf dem BER-Familienfest (Bild: dpa)
Video: Annette Dornieden, Brandenburg aktuell | 14.09.2013

"Familienfest" am Hauptstadtflughafen - BER auch ohne Flugzeuge ein Besuchermagnet

Die Teileröffnung des Hauptstadtflughafens ist perfekt - allerdings ohne Flugbetrieb. Erstmals kamen am Wochenende Zehntausende Menschen zum neuen Airport in Schönefeld. Die Flughafengesellschaft hatte zu einem zweitägigen Familienfest eingeladen. Flughafenchef Mehdorn begrüßte die Gäste auf der Baustelle mit den Worten: "Wir haben hier nichts zu verstecken."

Wann am BER Flugzeuge starten und landen können, ist noch immer ungewiss. Doch das hat am Wochenende tausende Besucher nicht davon abgehalten, das Gelände des künftigen Flughafens zu erkunden. Bei einem Familienfest sind erstmals das Hauptgebäude und den unterirdischen Bahnhof zu besichtigen.

"Wir haben hier nichts zu verstecken", sagt Flughafenchef Hartmut Mehdorn. Er sei sogar "ein bisschen stolz auf das, was wir hier vorzeigen können".

"Dass wir nicht fliegen, liegt am Brandschutz. Keinen ärgert das mehr als uns selbst", fasst Mehdorn die Flughafenkrise zusammen. Noch immer kann er keinen Eröffnungstermin für den Flughafen Berlin Brandenburg nennen, weil die komplizierte Brandschutzanlage im
Hauptgebäude weit davon entfernt ist, zu funktionieren.

Der Geisterflughafen wirkt am Samstag und Sonntag jedoch erstmals lebendig. Es riecht nach Bratwurst und süßen Waffeln statt nach verbranntem Kerosin. Großeltern, Eltern und Kindern bevölkern den Vorplatz des Hauptgebäudes, tummeln sich an den Buden unter dem gewaltigen Vordach, stehen Schlange, um Einlass in den unterirdischen Bahnhof zu bekommen, wo dereinst die Fluggäste aussteigen sollen.

"Es sieht gut aus"

Mehdorns Gäste sind nicht unzufrieden mit dem halbfertigen Flughafen. "Es sieht gut aus", sagt eine ältere Frau aus Erkner. "So groß habe ich ihn mir nicht vorgestellt", zeigt sich ein Rentner aus Königs Wusterhausen überrascht.

Mehdorn geht am Sonntag über das Gelände, diskutiert mit Berlinern und Brandenburger über die Probleme des Projekts. Die meisten haben mehr Baustelle erwartet, als sie zu sehen bekommen. Das Terminal und die Nebengebäude stehen, selbst die Inneneinrichtung mit Beschilderung ist weitgehend fertig - wäre da nicht das Riesenproblem mit der Gebäudetechnik.

Bei Terminfragen hält sich Mehdorn bedeckt

Einen Starttermin für den Flughafen nennt Mehdorn jedoch am Wochenende nicht. Der letzte war wegen schwerer Bau- und Planungsmängel im Januar abgesagt worden. Selbst für das kurzfristige Projekt, die Teileröffnung im Nordpier mit einigen wenigen Flugzeugen, lässt sich Mehdorn kein Datum entlocken. "Wir haben da Zeit", sagt er im rbb.

Wichtig sei allein, dass mit einem kleinen Betrieb die Abläufe des großen Flughafens schon einmal getestet werden könnten. Baulich soll im Nordpier Ende dieses Jahres alles fertig sein. Vorher muss allerdings noch das Bauordnungsamt grünes Licht geben und der Aufsichtsrat endgültig zustimmen.

Ursprünglich sollten die ersten Flugzeuge im Oktober 2011 vom neuen Flughagfen abheben. Mehdorn strebt nun eine Teileröffnung an. In einem Seitenflügel, dem Nordpier, sollen im kommenden Jahr täglich drei bis zehn Flüge der Gesellschaft Germania abgefertigt werden.