Ein Bauarbeiter am Flughafen Berlin Brandenburg (Quelle: dpa)

Noch 65.000 Problemstellen - Am BER stehen jetzt wohl alle Mängel fest

Jetzt ist offenbar klar, was alles noch fehlt am neuen Hauptstadtflughafen: 75.000 Mängel stehen nach Angaben des Bundes auf der Liste von BER-Technikchef Horst Amann. Diese Aufstellung umfasse alles vom Brandschutz bis zur kaputten Bodenfliese und werde auch schon abgearbeitet, erklärt Verkehrsstaatssekretär Reiner Bomba. 10.000 Punkte seien bereits erledigt. Flughafenchef Hartmut Mehdorn treibt derweil sein Beschleunigungsprogramm "Sprint" voran.

Jetzt ist klar, wieviel unklar ist: Nach Ansicht des Bundes gibt es - nach der monatelangen Bestandsaufnahme - nun einen vollständigen Überblick über die Mängel und Fehlplanungen am Flughafen Berlin Brandenburg (BER). "Wir haben nun absolute Klarheit - vom Brandschutz bis zum letzten Riss in der Bodenfliese", sagte Verkehrsstaatssekretär Rainer Bomba am Montag. "Jetzt werden die Lösungen erarbeitet und weiterhin parallel schon Mängel behoben."

Von rund 75.000 Mängeln seien bislang etwa 10.000 abgearbeitet. Technikgeschäftsführer Horst Amann hatte die Baustelle bis Ende Juli unter die Lupe genommen. "Die Bestandsaufnahme ist die Grundlage für die weitere Arbeit", stellte Bomba klar, der den Bund im Aufsichtsrat des staatlichen Flughafenbetreibers vertritt. Amann habe in dem Gremium Beifall für die Arbeit erhalten, sagte der CDU-Politiker.

Die Zahl der Mängel hält Bomba für ein Großprojekt nicht für ungewöhnlich. "Der Reichstag hatte etwas über 10.000 Mängel - bei einem Zehntel der Fläche."

Umbau muss erst genehmigt werden

Währenddessen hat Flughafenchef Hartmut Mehdorn schon mit seinem Beschleunigungsprogramm Sprint begonnen. Am Montag reichte die Flughafengesellschaft die erforderlichen Unterlagen beim Landkreis Dahme-Spreewald ein,  damit der Umbau genehmigt werden kann.

Wie schnell das gehen kann, ist derzeit unklar. Landrat Stephan Loge sagte dem rbb am Wochenende, es handele sich um eine Umnutzung, für die ein Bauantrag mit beträchtlichem Umfang gestellt und geprüft werden müsse. Dabei geehe es um grundsätzliche Eingriffe in Brandschutz und Fluchtwege. 

Der Nordflügel ist bisher nur als Wartebereich geplant. Um ihn als Terminal nutzen zu können, müssen Abfertigungsschalter und Gepäckbänder eingebaut werden.

Am Montag stellte Mehdorn der Fluglärmkommission zudem Überlegungen vor, vorübergehend die Südbahn des neuen Flughafens in Betrieb zu nehmen. Die Nordbahn wird derzeit bereits vom alten Flughafen Schönefeld genutzt, muss aber bald saniert werden. Mehdorn will dort ab März oder April 2014 auch den Testbetrieb mit bis zu zehn Maschinen am Tag abwickeln.