
Debatte über TXL-Weiterbetrieb - Mehdorn: Tegel soll nicht "Premiumstandort" werden
Hartmut Mehdorn hat am Freitag in einer Mitteilung einem Bericht der "Zeit" widersprochen, demzufolge der altgediente Berliner Flughafen Tegel (TXL) zu einem Premiumflughafen umgewandelt werden solle: "Die Behauptungen des Artikels entsprechen im Wesentlichen nicht den Tatsachen, sondern sind lediglich Mutmaßungen des Autors", sagte Mehdorn.
In dem Bericht der Wochenzeitung hieß es, TXL solle zum innerstädtischen Premiumflughafen für Geschäftsflieger und VIPs werden. Ab 2019 soll es dort demnach 42 Flugbewegungen pro Stunde geben - genauso viele wie am geplanten neuen Flughafen BER, also im Durchschnitt alle 86 Sekunden ein Flugzeug. Der neue Flughafen in Schönefeld soll demnach vor allem den Verkehr von Billigfliegern und Linienmaschinen abwickeln.
Wie es derweil um die Großbaustelle BER tatsächlich bestellt ist, wissen wohl nur die unmittelbar Beteiligten. Die offizielle Strategie vom Flughafenchef lautet: Erst mal keinen Termin für eine große Eröffnungsparty festlegen und in kleineren Schritten denken. Möglich wäre danach ein Teil-Betrieb zum Jahresende in Schönefeld - mit zwei kleinen Fluggesellschaften und sechs oder acht Flugzeugen am Tag. "So können wir testen, wie etwa die Gepäckabfertigung, die Sicherheitskontrolle und die Feuerwehr funktionieren."

Mehdorn hatte vor einigen Wochen die für 2017 und 2018 geplante Sanierung der Nordbahn Schönefelds als Argument für den Weiterbetrieb von Tegel genannt.

Politiker fordern Konzentration auf BER
Der verkehrspolitische Sprecher der Linksfraktion, Harald Wolf, sagte ebenfalls im rbb, die permanente Diskussion über Tegel sei "nervig". Es sei nicht Mehdorns Aufgabe, rechtliche Grundlagen und politische Beschlüsse zu ändern, so Wolf. Auch Pankows Bezirksbürgermeister Matthias Köhne nannte die ganze Diskussion "Geschwätz". Es gebe klare rechtliche Bedingungen und alle Beteiligten sollten sich an ihren eigentlichen BER-Aufgaben abarbeiten und nicht "irgendwelche Nebenschauplätze" aufmachen.


