Der Flughafen BER am 13. Januar 2014 (Bild: imago)

Bomba verstärkt Druck auf den Flughafenchef - "Ich brauche Termine"

Der Bund wird ungeduldig: Verkehrsstaatssekretär Bomba erwartet von Flughafenchef Mehdorn konkrete Angaben über den Fortschritt auf der Baustelle und die Kosten. Mit diesen Fragen beschäftigt sich am Freitag der Projektausschuss des BER-Aufsichtsrats.

Verkehrs-Staatssekretär Bomba ist zurzeit offenbar nicht so gut auf Flughafenchef Mehdorn zu sprechen: "Ich bin ungeduldig und ich bin auch etwas sauer", sagte der CDU-Politiker am Freitag vor einer Sitzung des Projektausschusses des Aufsichtsrates.

"Ich brauche keine Nebenkriegsschauplätze, ich brauche Fortschritt, ich brauche Termine und ich brauche Kosten", sagte Bomba: "Herr Mehdorn hat uns versprochen, dass das in den nächsten Tagen kommt."

Wowereit stärkt Mehdorn den Rücken

Mit "Nebenkriegsschauplatz" meint Bomba offenbar die Debatte um das Nachtflugverbot, die Mehdorn vor einigen Tagen gerade  wieder losgetreten hat. "Ein Hauptstadtflughafen sollte 24 Stunden offen sein", sagte er in einem Interview.

Flughafen-Mitgesellschafter Berlin hat gegen diese klare Standortbestimmung offenbar nichts einzuwenden: "Herr Mehdorn kämpft für die Interessen des Flughafens", sagte Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) vor der Sitzung am Freitag. "Da hat er die volle Unterstützung des Landes Berlin und auch des Bundes."

Die Vertreter des dritten Flughafen-Eigentümers Brandenburg - Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linkspartei) und Flughafenkoordinator Rainer Bretschneider (SPD) – wollten sich nicht äußern. Brandenburg fordert als einziger Gesellschafter eine Ausweitung des Nachtflugverbots.

Arbeiten an Brandschutzanlage stocken

Bomba erwartet jetzt Positivmeldungen von der Baustelle: "Herr Mehdorn muss jetzt auch klar und deutlich machen, wo seine Erfolge liegen." Die Firma Siemens könne seit Monaten nicht mit dem Umbau der Brandschutzanlage beginnen, weil der Flughafen noch nicht alle Pläne geliefert habe.

Mehdorn hatte im Interview mit dem rbb eingeräumt, einzelne Planungsaufträge seien noch nicht fertiggestellt. Verzögerungen bei Planung und Bau hatte er unter anderem mit den Vorschriften des Baurechts begründet.

Der Verkehrspolitiker der Linkspartei im Bundestag, Herbert Behrens, warf Bomba vor, sein "seichter Appell" komme zu spät. "Der Bund muss aus seiner Deckung kommen und darf sich nicht länger auf seinen Status als Minderheitsgesellschafter zurückziehen."

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