
Heftige Kritik an BER-Planern - Das Entrauchungs-"Monster" soll gebändigt werden
Von einem "Monster" spricht man intern beim BER, wenn vom kritischsten Abschnitt der Brandschutzanlage die Rede ist. Jetzt räumen die Planer ein: Die derzeitige Anlage hätte niemals funktioniert. Aufgrund dieser Erkenntnis wollen sie jetzt die Klage gegen die BER-Architekten erweitern - und planen Neubauten, um das "Monster" in den Griff zu bekommen.
Die Brandschutzanlage im neuen Hauptstadtflughafen hätte nach Erkenntnissen der Betreiber in einem zentralen Abschnitt des Terminals nie funktioniert. "Wir haben die Anlage nachgerechnet und man muss ganz klar sagen: Es war ein Planungsfehler", sagte der technische Leiter Jochen Großmann am Dienstag auf der Baustelle in Schönefeld.
Die Flughafenbetreiber wollen daher im Rechtsstreit mit den Architekten die bestehende Klage entsprechend erweitern, kündigte Strategiechef Uwe Hörmann an. Bei der Arbeit an der Anlage gibt es nach Großmanns Worten Zeitverzug, weil Planungen neu ausgeschrieben werden musste. Er versicherte aber: "Wir haben alle Planungen vergeben, die wir gegenwärtig brauchen."
Das "Monster" wird zerlegt
Großmann stellte zudem neue Details für das künftige Entrauchungskonzept vor. Demmach soll der kritische Abschnitt der Anlage nun zerlegt. Die oberen Geschosse des Terminals bekommen eine eigene kleine Brandschutzanlage mit Schornsteinen auf dem Terminaldach. Nach dem bisherigen Plan hätte etwaiger Rauch aus oberen Stockwerken über Hunderte von Metern nach unten gesaugt und seitlich herausgepresst werden müssen.
"Wir haben jetzt ein Verständnis für die Anlage und wir haben die Planer an Bord", umriss Großmann die Fortschritte der vergangenen Monate. "Es ist beherrschbar, das Ganze ist kein Zauber Manitus", versicherte der Ingenieur.
Klar ist bereits, dass die Umsetzung des neuen Konzepts deutliche Eingriffe ins bestehende Bauwerk bedeutet: Zwei neue Schornsteine und die zu ihnen führenden Kanäle müssen neu gebaut werden. Was das für den Terminplan bis zur Eröffnung des BER bedeutet, ließ Großmann offen. Seinen Umbauplan will er an diesem Freitag dem Aufsichtsrat vorstellen.
Mit Informationen von Boris Hermel.




