
"Sie haben ihre Aufgabe zu erfüllen" - Markov fordert Ende der Querelen zwischen Mehdorn und Amann
Deutliche Worte von Brandenburgs Finanzminister: Statt sich gegenseitig zu zerfleischen, sollen sich Airportchef Hartmut Mehdorn und sein Technikgeschäftsführer Horst Amann endlich zusammenraufen. Beide führen seit Wochen einen Machtkampf um die Strategie für die BER-Eröffnung. Der Streit wird voraussichtlich auch Thema der Aufsichtsratssitzung am Freitag sein.
Brandenburgs Finanzminister Helmuth Markov (Die Linke) hat Flughafenchef Mehdorn und Technikchef Amman aufgefordert, ihren Streit umgehend beizulegen."Es geht nicht, dass zwei Geschäftsführer, die dafür verantwortlich sind, diesen Flughafen endlich ans Netz zu bringen, statt ihrer Arbeit nachzukommen, sich gegenseitig zerlegen", sagte Markov während der Landtagssitzung am Mittwoch in Potsdam.
Markov ist selbst BER-Aufsichtsratsmitglied. Er forderte die beiden Verantwortlichen des künftigen Flughafens in Schönefeld auf, endlich ihre Aufgaben zu erfüllen.
Mehdorn und Amman streiten nach vier geplatzten Eröffnungsterminen über die richtige Strategie, wann und wie der Flughafen in Betrieb genommen werden soll. Am Freitag wird sich voraussichtlich auch der Aufsichtsrat mit den Streitigkeiten beschäftigen.
Machtkampf wird Thema im Aufsichtsrat
Eigentlich soll der BER-Aufsichtsrat am Freitag über die weitere Finanzierung beraten. Doch die Sitzung wird vom Streit zwischen Mehdorn und Amann überschattet. Das Gremium muss sich über die jüngste Eskalation im Verhältnis der beiden Manager verhalten. Denn sowohl Mehdorn als auch Amann haben sich schriftlich an den Aufsichtsrat gewandt.
Sie werfen sich gegenseitig vor, das Projekt zu blockieren. Der amtierende Aufsichtsratsvorsitzende, Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), hat sich bisher nicht zu den Schreiben geäußert.
Briefe voller Vorwürfe
Amann wirft in seinem Schreiben seinem Chef Mehdorn indirekt Realitätsferne vor. Mehdorn fehle die Bereitschaft, sich mit "fachlichen und sachlichen Notwendigkeiten unter Berücksichtigung qualifizierter Mindesterfordernisse auseinanderzusetzen." Das führe zu einer nicht hinnehmbaren Lähmung des Projekts.
Mehdorn hat dem Brief zufolge intern bereits einen neuen Eröffnungstermin für die Gesamtinbetriebnahme des Flughafens propagiert: Juni 2015. Es sei mit Händen zu greifen, schreibt Amann, dass dieser Termin schon unter Beachtung baurechtlicher Vorgaben nicht gehalten werden kann.

Weiter kritisiert der BER-Technikchef, Mehdorn entlasse hervorragende Fachkräfte und ersetze sie durch weniger qualifiziertes Personal. Außerdem würden in wachsendem Umfang teure externe Unternehmensberater beauftragt. Diese könnten aber "keine Sachwalter für Entscheidungen über Steuergelder" sein. Ein solches Vorgehen halte er für "im höchsten Maße verantwortungslos", schreibt Amann.
Mit Informationen von Holger Hansen, Landespolitik Berlin



