Eine Gangway steht am 18.11.2013 in Berlin vor dem Nordpier des Flughafens Berlin Brandenburg Willy Brandt (BER) auf dem Rollfeld (Quelle: dpa)

Nach kritischer Äußerung - Mehdorn entlässt führenden BER-Mitarbeiter

Flughafenchef Hartmut Mehdorn hat einem führenden Mitarbeiter fristlos gekündigt. In einem Schreiben legt Mehdorn dem Bereichsleiter Real-Estate, Harald Siegle, Indiskretionen zur Last. Siegle hatte in einem Brief an mehrere Aufsichtsräte geschrieben, dass die Inbetriebnahme des Flughafens 2016 akut gefährdet sei.

Eine Inbetriebnahme für das Jahr 2016 sei "akut gefährdet" teilte Harald Siegle, Leiter des "Real Estate Managements", in einem Brief an mehrere BER-Aufsichtsräte vor wenigen Tagen mit. Flughafenchef Mehdorn reagierte am Dienstag mit der fristlosen Kündigung Siegles.

Keine klare Planung

In seinem Brief hatte Siegle kritisiert, dass es keine klare Planung gebe. Das Handeln sei von Aktionismus ohne angemessene Abstimmung und Sachkunde geprägt, lautete der Vorwurf des Experten. Harald Siegle ist Architekt und Baufachmann und leitete das Real Estate Management seit 2009. Dort war er für die Vermarktung der Immobilien des Flughafens, auch des Terminals, verantwortlich.

Kein Kommentar

Die Flughafengesellschaft wollte das Schreiben Siegles nicht kommentieren. Ein Sprecher von Mehdorn erklärte: "Die zügige, sichere und verlässliche Inbetriebnahme des BER steht im Zentrum unseres Handelns." Der neue Berliner Flughafen sollte eigentlich im Juni 2012 eröffnet werden.

Wegen technischer Probleme wurden dieser und weitere Termine gekippt. Auch Mehdorn hatte zuletzt nicht ausgeschlossen, dass es erst 2016 soweit sein könnte. Die Kosten werden inzwischen auf mehr als fünf Milliarden Euro taxiert, ursprünglich waren rund zwei Milliarden angesetzt.

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