"Keine Unterstützung im Aufsichtsrat" -
Mehdorn sagt BER-Testbetrieb ab
Eigentlich sollte ab Juli der BER-Testbetrieb laufen, doch das ist erstmal vom Tisch. Nach Ansicht von Flughafen-Chef Hartmut Mehdorn liegt das aber nicht an der Geschäftsführung, sondern an mangelnder Unterstützung durch den Aufsichtsrat und an der Bauaufsichtsbehörde. Doch Mehdorns Kritiker sind empört. Steffen Evers (CDU) wirft dem Manager "Totalversagen" vor, und nach Ansicht der Piraten-Fraktion muss der BER-Chef besser kontrolliert werden.
Hartmut Mehdorn verabschiedet sich von seinem Lieblingsprojekt: Der Testbetrieb am Nordpier des neuen Berliner Flughafens ist vom Tisch - ob vorerst oder endgültig, das ist derzeit noch unklar. Dieser Testbetrieb, so hatte es der Flughafen-Chef Mehdorn oft betont, sei unverzichtbar. Nur so könnten die wichtigsten Computersysteme in der Praxis getestetet werden, ansonsten entstünden neue Risiken bei der Gesamteröffnung des BER. Auch hier ist unklar, was das für den Eröffnungstermin des gesamten Flughafens bedeutet.
Schon vor zwei Tagen teilte Flughafen-Chef Hartmut Mehdorn in einem Schreiben an den Aufsichtsratsvorsitzenden Klaus Wowereit mit, dass aus verschiedenen Gründen die Inbetriebnahme zum 1. Juli 2014 nicht möglich sei. Dieses Schreiben liegt dem rbb vor.
Verantwortlich seien demnach die mangelnde Zustimmung im Aufsichtsrat und die Bauaufsichtsbehörde, die zuerst den Nordpier inklusive der Sprinkleranlage in seiner ursprünglichen Form genehmigen will. Aussagen wie diese irritierten Berliner Politiker. Sie sehen darin einen Vertrauensbruch zwischen Mehdorn und dem Aufsichtsrat.
Hartmut Mehdorn ist weiter zuversichtlich, den BER in Teilen eröffnen zu können. Mit den nötigen Genehmigungen der Behörden rechne er "in den nächsten Wochen", so der Flughafen-Chef Ende Januar nach einer Befragung durch den Verkehrsausschuss des Bundestags.
Sechs Millionen Euro für den Umbau der Wartehalle
Am Nordpier wollte Mehdorn eigentlich von Juli an mit bis zu sechs Flügen der Gesellschaft Germania einen Probebetrieb aufnehmen, um damit einen Großteil der Systeme und Abläufe im Terminal zu testen. Dafür brauchte er aber noch die Genehmigung des Aufsichtsrates. In dem als Wartehalle konzipierten Nordflügel hätten die Betreiber für den Testbetrieb erst Schalter und Gepäckbänder aufbauen müssen. Rund sechs Millionen Euro hätte dieser Umbau wohl gekostet.
In einem weiteren Schreiben an die Mitarbeiter, das wiederum der Nachrichtenagentur dpa vorliegt, verweist Mehdorn nun aber auf mangelnde Unterstützung im Aufsichtsrat der staatlichen Betreibergesellschaft.
Keine Sondersitzung des Aufsichtsrates
"Ich habe nach intensiven Gesprächen mit unseren drei Gesellschaftern in den zurückliegenden Tagen den von uns angestrebten Echttest im BER-Nordpier abgesagt", heißt es in dem am Donnerstag verschickten Brief an die Mitarbeiter. "Wir müssen konstatieren, dass wir für dieses Vorhaben nicht genügend Unterstützung finden konnten."
Der Flughafenchef verweist zudem auf den Zeitplan. Das Kontrollgremium treffe sich erst im April wieder. "Dann würden wir angesichts der bevorstehenden Beschaffungsprozesse mit dem Test in den Winter rutschen, und das macht operativ keinen Sinn." Nach Mehdorns Angaben konnte eine für Montag dieser Woche vorgesehene Sonder-Aufsichtsratssitzung für die Genehmigung nicht stattfinden. Mehdorn warnte, ohne den Test stiegen die Risiken für die Inbetriebnahme des neuen Flughafens.
Er werde nun "alternative Testszenarien" suchen, auf die er zunächst nicht näher einging. Der Flughafenchef hatte kürzlich angekündigt, den alten Flughafen in Schönefeld nach der Eröffnung des Neubaus in Betrieb zu lassen, um dort Billigflieger abzufertigen. Damit wollte er mögliche Engpässe am Neubau abfangen, die schon zur Eröffnung befürchtet werden.
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Abendschau | 20.02.2014 - Reaktionen aus Berlin
Mehdorn hat den Testbetrieb abgesagt. Dazu Reaktionen aus dem Berliner Abgeordnetenhaus.
"Eingeschnappt", "billig", "Spinnereien"
Wowereits Sprecher Richard Meng konterte Mehdorns Angriff: "Der Aufsichtsrat hätte jederzeit Sondersitzungen einberufen können." Dazu hätte aber die Genehmigungsfähigkeit des Probebetriebes nachgewiesen werden müssen. Jetzt sei nur zur Kenntnis zu nehmen, dass sich Mehdorn von der Idee des Testbetriebs wieder verabschiedet habe. Der Aufsichtsrat hatte bereits angedeutet, dass er die Kosten für den Umbau nicht gutheiße. Die Berliner Grünen-Fraktionschefin Ramona Pop kritisierte, der Aufsichtsrat hätte das Projekt schon früher stoppen müssen. Mit der "Nebelkerze namens Testbetrieb" sei zu viel Zeit verschwendet worden. Ihr Fraktionskollege Andreas Otto fragte: "Welche Spinnerei kommt als nächstes?"
Martin Delius, Vorsitzender des BER-Untersuchungsausschusses im Abgeordnetenhaus, sagte, der Aufsichtsrat dürfe Mehdorn jetzt nicht länger freie Hand lassen. "Es macht den Eindruck, als wäre Hartmut Mehdorn eingeschnappt", sagte Delius dem rbb. Das sei allerdings unverständlich, weil Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit bereits Anfang des Jahres klargemacht habe, dass jederzeit eine Aufsichtsratssitzung einberufen werden könne, "wenn die notwendigen Unterlagen vorliegen." Weitere Verzögerungen bei der Eröffnung des BER sieht Delius nicht: "Man muss klarstellen, dass der 'Bonsai BER' am Nordpier nichts mit dem Gesamtflughafen zu tun. Der Nordpier hätte die Inbetriebnahme des BER potenziell verzögert." Er forderte den Aufsichtsrat auf, eine aktivere Rolle in der Kontrolle Hartmut Mehdorns und der Geschäftsführung einzunehmen.
Stefan Evers, CDU-Mitglied im Abgeordnetenhaus, sieht jetzt Probleme im Verhältnis zwischen Mehdorn und dem Aufsichtsrat. Das Vertrauen sei nicht so schnell wieder herzustellen "nach diesem Ausfall von Mehdorn. Es ist ein Totalversagen von seiner Seite. Es ist billig, in dieser Situation die Schuld bei anderen zu suchen."
"Ehrgeizige Ziele, die nicht einzuhalten sind"
Noch Ende Januar hatte sich Mehdorn im Bundestags-Verkehrausschuss überzeugt gezeigt, dass die geplante Teileröffnung bald kommt. "Wir gehen davon aus, dass wir das in den nächsten Wochen schaffen und dann entsprechend die Genehmigung vom Aufsichtsrat kriegen, so dass wir unseren Terminplan abarbeiten."
Nach Ende der nichtöffentlichen Sitzung hatte Stephan Kühn von den Grünen kritisiert: "Viele Fragen sind heute offen geblieben. Wir warten darauf, dass wir endlich Zahlen bekommen und feste Termine." Mehdorn habe "wie immer ehrgeizige Ziele formuliert, die nicht einzuhalten sind", kritisierte Herbert Behrens, Abgeordneter der Linken, in einer Mitteilung. "So ist sein Plan, die Nordbahn noch in diesem Jahr zu sanieren, zum Scheitern verurteilt. Mehdorn konnte nicht einmal klären, woher das Geld dafür kommen soll."
Nordbahn soll ab 1. Juli saniert werden
Am Donnerstag hatte Mehdorn einen Antrag eingereicht, um ab 1. Juli die Nordbahn sanieren zu lassen, die der neue Airport BER vom benachbarten Altflughafen Schönefeld übernimmt. Während der Nordbahnsanierung sollen Flugzeuge die neue Südbahn nutzen.
2014 soll(te) der BER erstmals fliegen
20. Februar 2014
Im Juli sollte eigentlich der Probebetrieb am Nordpier beginnen - und im kommenden Jahr dann der ganze BER ans Netz gehen. Flughafenchef Hartmut Mehdorn wollte eigentlich Nägel mit Köpfen machen und ging Mitte Januar mit diesem Statement in die Offensive. Doch daraus wird nichts. Am 20. Februar schrieb er Wowereit und Mitarbeitern, dass der Testbetrieb abgesagt wird. Eine Schlappe für Mehdorn, der dafür auch noch viel Kritik einstecken muss.
15. Januar 2014
Der erste Prozess um Schadenersatz beginnt vor dem Landgericht Potsdam: Mindestens 48 Millionen Euro will die Fluglinie Air Berlin von der Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg haben. Die Richter nehmen dem Unternehmen den Wind aus den Segeln und vermissen erstmal die Grundlagen für diese Forderung.
8. Januar 2014
Das Berliner Abgeordnetenhaus muss sich noch einmal mit der Forderung nach einem erweiterten Nachtflugverbot am neuen Flughafen BER und in Tegel beschäftigen. Dazu wird das Parlament durch die Volksinitiative gezwungen, die die Friedrichshagener Bürgerinitiative (FBI) gestartet hatte. Für eine Volksinitiative mussten mindestens 20.000 gültige Unterschriften zusammenkommen. Genau 23.666 Unterschriften wurden nun gezählt.
2013: Mehdorn soll es richten
13. Dezember 2013
Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) wird vom Aufsichtsrat der Berlin-Brandenburger Flughafengesellschaft erneut zum Aufsichtsratschef gewählt. "Ich bin mir bewusst, dass das sicher nicht auf allen Seiten eine breite Zustimmung findet", sagt Wowereit über seine Wiederwahl. Es habe jedoch für den Posten nicht viele Vorschläge und Überlegungen gegeben.
23. Oktober 2013
Nach monatelangem Streit in der Führungsebene des neuen Flughafens setzt der Aufsichtsrat Horst Amann als technischen Geschäftsführer der Flughafengesellschaft ab. Amann übernimmt ab dem 1. November die Leitung der Flughafen Energie und Wasser GmbH, einer Tochter der Flughafengesellschaft. Einen neuen Technik-Chef soll es nicht geben. Wesentliche Aufgaben übernimmt Flughafen-Chef Mehdorn.
16. August 2013
Flughafenchef Hartmut Mehdorn setzt sich im Aufsichtsrat mit seinem Plan für eine Teileröffnung des BER durch. Danach soll der Nordpier für einen Test umgebaut werden; Starts und Landungen von bis zu zehn Maschinen sind angedacht. Der Aufsichtsrat gibt allerdings zunächst nur "gelbes" Licht: Mehdorn darf weiterplanen, Geld gibt es aber noch keines.
14. Juni 2013
Anders als die Bewohner im Südwesten - hier wurde die Flugroute über den Wannsee gekippt - haben die im Südosten mit ihrer Klage keinen Erfolg. Der Müggelsee darf überflogen werden. Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg lässt die geplante BER-Flugroute zu.
Als Air-Berlin-Chef verklagte Hartmut Mehdorn den BER - jetzt hat er bei dem Flughafenbau selbst den Hut auf. Doch mit krassen Richtungswechseln hat Mehdorn kein Problem. Bei der defizitären Bahn riss er erfolgreich das Steuer herum. Verhilft Mehdorn nun auch dem Pannen-Projekt BER zum Erfolg?
11. März 2013
Hartmut Mehdorn, früher Chef der Deutschen Bahn und später von Air Berlin, tritt als neuer BER-Chef an. Zuvor hatte der frühere Frankfurter Flughafenchef Wilhelm Bender den Posten abgelehnt. Mehdorn schlägt vor, den Flughafen Tegel länger offenzuhalten, als ursprünglich geplant. Der Vorschlag trifft auf großen Widerstand. Mehdorn setzt ein "Sprint"-Programm auf. Mit Hilfe einer Expertengruppe soll die Eröffnung des BER beschleunigt werden.
Mit der Wende startete Matthias Platzeck als zunächst grüner Politiker durch. TV-Auftritte machten den "Deichgrafen" während des Oderhochwassers 1997 bundesweit populär. Der Flughafen stellt den engagierten SPD-Politiker jetzt auf eine harte Probe.
23. Januar 2013
Das Oberwaltungsgericht Berlin kippt die Flugroute vom BER über den Wannsee: Diese führe zu dicht am Forschungsreaktor auf dem Gelände des Helmholtz-Zentrums für Materialien und Energie vorbei.
14. Januar 2013
Brandenburgs Ministerpäsident Matthias Platzeck (SPD) gewinnt im Landtag die von ihm selbst eingebrachte Vertrauensabstimmung und holt sich so Rückendeckung für sein Aufsichtsratsamt.
Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) tritt als Aufsichtsratsvorsitzender zurück. Seinen Posten übernimmt am 16. Januar sein brandenburgischer Amtskollege Matthias Platzeck (SPD), während Wowereit dessen Stellvertreteramt übernimmt - eine viel kritisierte Personalrochade.
Es sollte so schön werden am 3. Juni 2012: Mit einer großen Eröffnungsfeier sollte der BER an den Start gehen, stattdessen kam der Absturz. Bislang ein Schrecken ohne absehbares Ende, meint Holger Hansen, rbb Landespolitik.
6. Januar 2013
Paukenschlag in Schönefeld: Die Eröffnung des Flughafens wird erneut verschoben. Der Flughafen wird frühestens 2014 in Betrieb gehen, eventuell sogar erst 2015. Die Nachricht sorgt für ein heftiges politisches Beben.
2012 - 2013: Dritte Verschiebung - es riecht nach Ärger
27. September 2012
Das Berliner Abgeordnetenhaus setzt einen Untersuchungsausschuss ein: Dieser soll Ursachen, Konsequenzen und die Verantwortung für die Kosten- und Terminüberschreitungen beim BER-Bau aufklären. Mittlerweile gibt es zahlreiche Berichte über Baupannen, Verzögerungen und Fehlplanungen - so soll der Flughafen dem Passagieraufkommen schon bei Eröffnung nicht gewachsen sein.
7. September 2012
Der neue Starttermin wird offiziell vom Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft verkündet: 27. Oktober 2013.
Das Bundesverwaltungsgericht weist die Klagen von Bürgern aus Berlin-Lichtenrade, Zeuthen, Rangsdorf und Kleinmachnow gegen den Planfeststellungsbeschluss zurück. Damit ist die Airport-Eröffnung juristisch nicht mehr angreifbar.
Juni 2012
Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg spricht den Anwohnern das Recht auf besseren Schallschutz zu.
17. Mai 2012
Der Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft gibt nach einer mehr als zehnstündigen Marathon-Sitzung den neuen Eröffungstermin bekannt: Der BER soll nun am 17. März 2013 in Betrieb gehen.
Die geplatzte Eröffnung des drittgrößten deutschen Flughafens kostet den Planungschef Manfred Körtgen seinen Posten. Beendet wird auch die Zusammenarbeit mit dem Generalplanungskonsortium PGBBI, zu der auch das renommierte Büro des Flughafen-Architekten Meinhard von Gerkan gehört.
Auf dem neuen Flughafen in Schönefeld sollen am Ende 45 Millionen Fluggäste pro Jahr abgefertigt werden können. Direkt vor dem Terminal entsteht die Airport City, für Büros und Geschäfte. Eine Übersicht, wie der BER einmal aussehen soll.
8. Mai 2012
Die Eröffnung von BER wird aus Brandschutzgründen zunächst auf unbestimmte Zeit verschoben, zum zweiten Mal. Ursprünglich hatte die Flughafengesellschaft einen Termin im November 2011 angepeilt.
Januar 2012
Die Flugrouten werden offiziell bekanntgegeben - und sorgen erwartungsgemäß in mehreren Regionen für Aufruhr. Vor allem der Berliner Müggelsee steht in den kommenden Monaten im Zentrum zahlreicher Proteste von Anwohnern, die jeweils montags gegen den Überflug von Friedrichshagen protestieren.
2009 - 2011: Erste Pannen - Proteste gegen die Flugrouten
Oktober 2011
Das Bundesverwaltungsgericht gibt grünes Licht für nächtliche Flüge in den Randzeiten. Der Airport kann ohne weitere Einschränkungen an den Start gehen.
Seit Beginn der ersten Planungen beschäftigt der BER die Justiz: Anwohner klagten gegen den Standort in Schönefeld, dann gegen die Flugrouten und Lärmbelastung. Mittlerweile geht es auch um Schadenersatz. Eine Chronologie der Gerichtsentscheidungen.
Juli 2011
Nach monatelangen Beratungen in der Fluglärmkommission folgt die Flugsicherung mit einem neuen Vorschlag dem Kompromiss des Gremiums. In den brandenburgischen Anrainerkommunen und rund um den Berliner Müggelsee geht der Protest weiter.
September 2010
Die Deutsche Flugsicherung legt einen ersten Flugrouten-Vorschlag vor. Tausende Betroffene gehen dagegen auf die Straße. Die festgelegten Flugrouten stimmen nicht mit denen in den Planungsunterlagen überein. Es gibt neue Klagen gegen den Planfeststellungsbeschluss.
Juni 2010
Wegen der Pleite einer Planungsfirma und verschärften Sicherheitsbestimmungen wird die für November 2011 geplante Eröffnung des Flughafens auf den 3. Juni 2012 verschoben.
Oktober 2009
Das Brandenburger Verkehrsministerium erlässt eine neue Nachtflugregelung: Keine Starts und Landungen von Mitternacht bis 5.00 Uhr morgens, Ausnahmen sind Post- und Regierungsmaschinen sowie Notfälle.
2005 - 2008: Baustart mit Hindernissen
Oktober 2008
Nach 85 Jahren schließt der Flughafen Tempelhof. Eine Bürgerinitiative hatte noch versucht, den Traditionsflughafen per Volksentscheid zu retten, war aber gescheitert.
Juli 2008
Erster Spatenstich für das Flughafen-Terminal
September 2006
Erster Spatenstich in Schönefeld
März 2006
ImMärz 2006 weist das Bundesverwaltungsgericht die Musterklagen von 4.000 Anwohnern und vier Gemeinden gegen den Planfeststellungs-Beschluss zum überwiegenden Teil ab. Der Baustopp wird kurz danach aufgehoben - allerdings unter verschärften Lärmschutzauflagen.
April 2005
Die Leipziger Richter geben Eilanträgen mehrerer Anwohner statt und verhängen einen weitgehenden Baustopp bis zu einer endgültigen Entscheidung. Zulässig sind nur Bauvorbereitungen.
2000 - 2004: Grünes Licht für den BBI
August 2004
Zum Abschluss des Genehmigungsverfahrens gibt der Planfeststellungsbeschluss grünes Licht: Der BBI - so der Arbeitstitel - darf unter Auflagen gebaut werden. Im Oktober reichen tausende Gegner beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig Klagen ein.
Mai 2003
ImMai 2003 scheitert endgültig die geplante Privatisierung der Bauarbeiten durch einen Generalübernehmer, weil die Bewerber aus Sicht der Gesellschafter keine finanziellen Risiken tragen wollen. Das Projekt BER wird ab jetzt in öffentlicher Regie weiterverfolgt. Der Abbruch des Privatisierungsverfahrens kostet laut Presseberichten 41 Millionen Euro.
2002
2002 wird eine Grundsatzvereinbarung unterzeichnet, der Flughafen soll diesen Planungen zufolge 2008 in Betrieb gehen.
Von der Eröffnung 1946 bis zur zur Wende war Schönefeld "Zentralflughafen" der DDR. Angeflogen wurden Dutzende Staaten - für DDR-Bürger jedoch meist nur die im Osten.
1999
Laut Planungsverfahren soll der Flughafen komplett unter privater Regie gebaut und betrieben werden. 20 Unternehmen und sieben Konsortien bewerben sich um die Konzession. Den Zuschlag erhältein Konsortium um den Essener Baukonzern Hochtief. Der Vergabebescheid wird vom Brandenburgischen Oberlandesgericht aber wegen Verfahrensfehlern kassiert.
Dezember 1999
Die Schönefelder Flughafengesellschaft reicht die Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren ein. Und die Bevölkerung aus dem betroffenen Südosten der Stadt läuft wie erwartet Sturm. Hauptstreitpunkt ist natürlich der zu erwartende Fluglärm.
Juni 1996
Bundesverkehrsminister Wissmann, Berlins Regierender Bürgermeister Diepgen und Brandenburgs Ministerpräsident Stolpe fällen den so genannten Konsensbeschluss: Sie empfehlen der Flughafengesellschaft eine Standortentscheidung zu Gunsten von Schönefeld Süd sowie die Schließung der Flughäfen Tegel und Tempelhof.
Juni 1993
Für Jüterbog Ost, Schönefeld Süd und Sperenberg wird das Raumordnungsverfahren beantragt. Das politische Tauziehen um den Mega-Airport und die Milliardeninvestition beginnt. Der Bund will lieber in Schönefeld als in einen Flughafen irgendwo in der märkischen Heide investieren.
Dezember 1989
Die Mauer ist gerade gefallen, da will der West-Berliner Senat zwei Millionen D-Mark in eine Joint-Venture-Gesellschaft mit der DDR zum Ausbau des Flughafens Schönefeld investieren. Anfang der 1990er Jahre ist es dann soweit - die Region brauche einen neuen Großflughafen, wird die Forderung in Potsdam und Berlin gleichermaßen formuliert. Acht mögliche Standorte werden auf ihre Tauglichkeit getestet.
Immer wieder neue Forderungen, dazu Indiskretionen beim Projekt BER: Klaus Wowereit, Aufsichtsratschef des neuen Flughafens, wirft dem Nachbarland Brandenburg vor, Sand ins Getriebe des BER zu streuen. Die Stimmung auf der Baustelle könnte besser sein, sagte Wowereit. Flughafenchef Mehdorn hat unterdessen den Antrag zur Sanierung der Nordbahn eingereicht. Doch auch darüber gibt es Streit - es geht um den Schallschutz.
Dickere Fenster, bessere Dämmung - die Flughafengesellschaft muss beim Lärmschutz rund um den BER nachbessern, denn der Krach darf die normale Gesprächslautstärke nicht überschreiten. Insgesamt 14.000 Wohnungen sind betroffen - doch wie die Fluglärmkommission am Montag feststellte, hinkt der BER bei den Schallschutzmaßnahmen noch mächtig hinterher.
Drei Bauleiter hat die Flughafengesellschaft für den Pannen-Airport BER schon verschlissen - nun soll es der Ingenieur Frank Röbbelen richten. Ihn präsentierte die Gesellschaft jetzt als Nachfolger von Kurzzeit-Planungschefin Regina Töpfer, die gefeuert worden war.
Am 3. Juni 2012 sollte der BER ursprünglich eröffnen. Als das nicht klappte, gaben sich alle überrascht. Jetzt wurde bekannt: Schon ein halbes Jahr zuvor sei der Termin als kritisch eingestuft worden. Das habe die Brandenburger Landesregierung auch gewusst, sagte der ehemalige Hochbau-Projektleiter vor dem BER-Untersuchungsausschuss in Berlin.
Das war zu erwarten: Der Bundestag lehnt ein längeres Nachtflugverbot am BER ab. Die Mehrheit von CDU/CSU und SPD schmetterte am Donnerstagabend einen entsprechenden Antrag der Linkspartei ab. Sie hatte gefordert, die nächtliche Ruhezeit am BER von fünf auf acht Stunden, von 22 bis 6 Uhr, ...