Erster Schritt zur BER-Eröffnung - Probebetrieb soll am 1. Juli starten
Noch in diesem Jahr sollen die ersten Flieger vom Flughafen BER abheben - wenn auch nur im Testbetrieb am Nordpier. Das kündigte der Chef der Flughafengesellschaft, Mehdorn, am Freitag bei einem gemeinsamen Termin mit Ministerpräsident Woidke an. Der Chef des BER-Untersuchungsausschusses, Delius, spricht von einem "Windei".
Am neuen Flughafen BER in Schönefeld soll noch in diesem Jahr ein Testbetrieb starten. Der Chef der Flughafengesellschaft, Mehdorn, sagte am Freitag dem rbb, wenn der Aufsichtsrat zustimme, werde der Betrieb am 1. Juli am Nordpier aufgenommen.
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hatte sich im Tagesverlauf auf dem Gelände des BER über die Baufortschritte informiert. Brandenburg trägt als Mitgesellschafter gut ein Drittel der auf rund 4,5 Milliarden Euro angewachsenen Kosten für den Großflughafen.
Mehdorn: Gehe von Zustimmung aus
Mehdorn erklärte, er gehe davon aus, dass der Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft diesen Termin unterstütze. Woidke sagte, dem Plan Mehdorns stehe nichts entgegen, sofern die zusätzlichen Kosten für den Testbetrieb im Rahmen blieben.
Mehdorn will am Nordpier Abfertigungsschalter und Gepäckbänder aufstellen, um dort den ersten Teil des neuen Flughafens probeweise zu eröffnen.
![Martin Delius, Piratenpartei [Imago] Martin Delius, Piratenpartei [Imago]](/politik/thema/Flughafen-BER/BER-Aktuelles/akteure_aktuell/mehdorn-will-am-1--juli-probebetrieb-starten/_jcr_content/articlesContList/picture/image.img.jpg/rendition=original/size=320x180.jpg)
Delius spricht von "Windei"
Sollte der Teilbetrieb genehmigt werden, sind zunächst bis zu zehn BER-Flüge pro Tag geplant.
Der Vorsitzende des BER-Untersuchungsausschusses im Berliner Abgeordnetenhaus, Martin Delius (Piraten), äußerte sich im rbb skeptisch zu den Terminvorstellungen und sprach wörtlich von einem Windei und Aktionismus. Der Umbau des Nordpiers bringe die eigentliche Eröffnung nicht näher, weil die eigentlich kritischen Elemente am BER nicht mitgetestet werden könnten.
Delius: "Das ist nichts anderes als eine Bild-Produktionsmaschine für die Presse."
Bauanträge eingegangen
Die Bauanträge für den geplanten Teilbetrieb sind mittlerweile beim zuständigen Landkreis Dahme-Spreewald eingegangen, wie die Behörde am Freitag bestätigte.
Landrat Stephan Loge (SPD) sagte, mit einer Entscheidung sei erst im März oder April zu rechnen. Das Amt für Arbeitsschutz, der Zoll und die Bundespolizei sowie andere Behörden müssten das Vorhaben prüfen.
Wann der gesamte Flughafen eröffnet werden soll, steht weiter in den Sternen. Aufsichtsratschef Klaus Wowereit (SPD) hatte erst zu Wochenbeginn gesagt: "De facto wird es so sein, dass der Flughafen 2014 nicht mehr eröffnet werden kann."
Woidke soll vor Sonderausschuss erscheinen
Unterdessen verlangte die Opposition im Brandenburger Landtag eine persönliche Stellungnahme von Regierungschef Woidke zum Nachtflugverbot und zur Finanzierung des Hauptstadtflughafens. Woidke solle gemeinsam mit den Ministern im Aufsichtsrat, Helmuth Markov (Linke) und Ralf Christoffers (Linke), am kommenden Montag vor dem BER-Sonderausschuss erscheinen, heißt es in einem gemeinsamen Antrag von CDU, FDP und Grünen.
Unter anderem werden Aussagen der Landesregierung zum Nachtflugverbot gefordert. Der zuständige Staatssekretär Rainer Bretschneider hatte Anfang Januar eine Ausweitung des Nachtflugverbots auf die Zeit von 22 Uhr bis 6 Uhr als chancenlos gesehen. Woidke solle deutlich machen, wie er die Umsetzung des entsprechenden Volksbegehrens in Brandenburg realisieren wolle, sagte der Grünen-Abgeordnete Christoph Schulze.



