17 Millionen Euro werden investiert - Tegel wird zum Jahresende moderner
Längst schon sollten am Berliner Flughafen Tegel keine Flugzeuge mehr landen oder starten. Nachdem aber die Eröffnung des BER wieder und wieder verschoben wurde, muss TXL nun mehr Passagiere abfertigen denn je. Doch an dem alten Bau nagt der Zahn der Zeit. Die Toiletten stammen noch aus den 1970er Jahren. Bis zum Jahresende soll durchgeschrubbt sein.
Die Modernisierung des Berliner Flughafens Tegel soll bis Ende dieses Jahres abgeschlossen sein. Dazu gehört die Sanierung aller 32 Toilettenräume im Hauptterminal A, wie Betriebsleiter Elmar Kleinert am Freitag bei einem Rundgang über den Flughafen sagte. "Zu drei Vierteln sind wir mit den Arbeiten jetzt durch", sagte Flughafensprecher Ralf Kunkel dem rbb.
Die alten WCs sind Relikte noch aus den 1970er Jahren. Im Terminal D wurde ein zusätzliches 100 Meter langes Koffertransportband mit Röntgenkontrollgerät eingebaut. Es soll in diesen Tagen in Betrieb gehen. Dann können auch wieder die 20 Abfertigungsschalter im Terminal D genutzt werden, die wegen der Arbeiten geschlossen waren. Eine Eingreiftruppe von je nach Saison 10 bis 15 Mitarbeitern soll jetzt Engpässe oder Störungen bei dem Gepäcktransport beheben.
Bereits beendet ist die Sanierung der beiden Start- und Landebahnen. Auf 40.000 Quadratmetern wurde eine neue Asphaltschicht aufgetragen. Das wurde nötig, damit die Oberfläche der Bahnen für Starts und Landungen griffig genug ist.
Die Klimaanlage der Terminalgebäude wird bis Jahresende mit dem Austausch einzelner Komponenten leistungsfähiger gemacht. Insgesamt werden in Tegel 17 Millionen Euro für die Modernisierung ausgegeben.
Anlagen in Tegel sind marode
Der betagte Airport TXL gilt als chronisch überlastet. Wegen des Debakels um den neuen Flughafen Berlin Brandenburg (BER) in Schönefeld muss Tegel besonders viele Flüge und Passagiere verkraften. Von Januar bis Juni waren es mit 9,2 Millionen so viele wie nie in den ersten sechs Monaten eines Jahres.
In den vergangenen Jahren war jedoch mit Blick auf den Flughafenneubau nur noch wenig in Tegel investiert worden. Entsprechend marode sind die Anlagen. Nach mehreren Verschiebungen der BER-Eröffnung gab der Flughafen-Aufsichtsrat schließlich 20 Millionen Euro frei für die Modernisierung von Tegel und Schönefeld.

Mehdorn will Tegel bis 2018 offen halten
Wenn es jedoch nach BER-Chef Hartmut Mehdorn ginge, dann würde Tegel noch bis 2018 offen bleiben. Seit seinem Amtsantritt im März hat er immer wieder dafür plädiert, den früheren West-Berliner Flughafen länger offen zu halten. Tegel-Flüge könnten notwendig werden, wenn 2018 die nördliche der beiden Start- und Landebahnen am neuen Hauptstadtflughafen saniert werde, sagte er etwa im Mai.
Doch viele Befürworter hat er nicht auf seiner Seite. "Ein ganz klares Nein" kam etwa von Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD). Wenn der neue Flughafen fertig sei, werde Tegel geschlossen, sagte er dem rbb. Da dürfe es nicht immer neue "Irritationen" geben. "Die erste Aufgabe ist nicht, diese Planspiele zu machen, sondern den Flughafen fertig zu bauen."
Auch die rot-schwarze Koalition im Berliner Abgeordnetenhaus kritisierte Mehdorns Vorschlag, Tegel bis 2018 offenzuhalten, scharf. Aus Brandenburg kam ebenfalls eine Absage. Finanzminister Hellmuth Markov (SPD) sagte: "Der Beschluss ist: Tegel macht zu. Da kann Herr Mehdorn jetzt dreimal sagen, es leuchtet ihm nicht ein."
Ganz allein ist Mehdorn mit seiner Meinung zu Tegel aber nicht. Nach seinem Vorstoß gründeten sich mehrere Fan-Gruppen und Initiativen, die sich nicht zuletzt aus nostalgischen Gründen für einen Erhalt des Flughafen einsetzten. Es wurden sogar einige Unterschriftensammlungen gestartet. Ein etwaiger Volksentscheid ist bislang aber in weiter Ferne.




