
Mehdorn drückt aufs Tempo - BER-Nordbahn soll noch im nächsten Jahr saniert werden
Die Nordbahn des künftigen Flughafens BER muss saniert werden - und das nach dem Willen von Flughafenchef Hartmut Mehdorn möglichst noch im kommenden Jahr. Das Problem: Die Start- und Landebahn wird derzeit vom alten Schönefelder Flughafen genutzt. Die Flieger müssen umgeleitet, Flugrouten neu konzipiert und Häuser rechtzeitig gegen Lärm gedämmt werden.
Die Nordbahn des neuen Flughafens BER in Schönefeld ist sanierungsbedürftig, denn sie dient dem alten Schönefelder Airport als Start- und Landebahn. Nun drückt Flughafenchef Hartmut Mehdorn aufs Tempo und will die Bahn totz eines engen Zeitplans noch im nächsten Jahr sanieren.
Bevor der Frost beginne, sollen die Arbeiten abgeschlossen sein, sagte der Vorsitzende der Fluglärmkommission, Gerhard Steintjes, am Montag in Schönefeld. Er bezog sich auf Aussagen Mehdorns in der Sitzung der Kommission. Geplant sei eine Bauzeit von etwa vier Monaten.
Flugbetrieb wird umgeleitet
Während der Bauarbeiten müssen die Maschinen am bestehenden Flughafen Schönefeld auf die neu gebaute Südbahn des BER umgeleitet werden. Die Flugrouten dafür werden frühestens Ende Juni festgelegt, wie der Berliner Niederlassungsleiter der Deutschen Flugsicherung, Hans Niebergall, erklärte.
Wenn Flugzeuge aber im nächsten Jahr von der Südbahn aus starten oder landen, müssen dafür in den betroffenen Gebieten nach Behördenangaben noch 4.000 Häuser gegen Lärm gedämmt oder deren Eigentümer entschädigt werden.
Lärmpause für Mahlow möglich
Das Fluglärmkommission aus Bürgermeistern und Luftfahrtvertretern empfahl am Montag Flugrouten für die Zeit der Nordbahnsanierung. In Richtung Westen starten die Maschinen über Dahlewitz und drehen südlich von Ludwigsfelde Richtung Westen und Osten ab. "Insofern gibt es für die Bürger von Mahlow eine Lärmpause", kündigte Niebergall an. Die Gemeinde wird nach der derzeitigen Flugroutenplanung für den künftigen BER am stärksten von Fluglärm belastet sein.
Nach Osten gehen die Starts über die Gosener Wiesen und dann südlich an Erkner vorbei. Eine scharfe Rechtskurve nach Ostabflügen - wie für den Regelbetrieb am neuen Hauptstadtflughafen geplant - werde es während der Nordbahnsanierung nicht geben, sagte Niebergall. Sie vertrage sich nicht mit den Flügen nach Tegel.
Die Nordbahn wird derzeit noch vom alten Flughafen genutzt
Weiter keine Klarheit über Kosten und Eröffnungstermin
Wann der BER eröffnet wird ist weiterhin völlig offen. Klaus Wowereit, Vorsitzender des Flughafen-Aufsichtsrates, hatte jüngst erklärt, dass in diesem Jahr kein Starttermin für den neuen Flughafen mehr festgelegt wird. Ein Zeitpunkt solle erst bestimmt werden, wenn wirklich erkennbar sei, "dass da wirklich nichts mehr schief geht", hatte Berlins Regierender Bürgermeister Ende Oktober gesagt.
Auch über die Höhe der Gesamtkosten besteht weiterhin Unklarheit. Verlässliche Zahlen zu den Baukosten soll es zur kommenden Aufsichtsratssitzung Mitte Dezember geben, das hat BER-Chef Hartmut Mehdorn in Aussicht gestellt. Erst vor einem Jahr hatten die Flughafengesellschafter Berlin, Brandenburg und der Bund dem BER eine extra Finanzspritze von insgesamt 1,2 Milliarden gegeben. Damit stieg die Gesamtsumme der Baukosten auf 4,3 Milliarden Euro. Diese Summe kann offenbar nicht gehalten werden; Medienberichten zufolge könnten die Kosten auf über fünf Milliarden Euro steigen.




