Brandschutz am Flughafen BER "Out of Order" (Foto: dpa)

Umbauarbeiten am neuen Flughafen - Siemens soll Brandschutzprobleme am BER lösen

Hartmut Mehdorn spricht von einem "wichtigen Meilenstein bei der Realisierung des BER" - und hat damit wahrscheinlich nicht Unrecht: Siemens hat von der Flughafengesellschaft den Auftrag erhalten, die Entrauchungsanlage auf Vordermann zu bringen - und damit den Hauptgrund für die geplatzte Eröffnung im vorigen Jahr zu beseitigen.

Der Technologiekonzern Siemens soll die Entrauchungsanlage am neuen Hauptstadtflughafen Berlin-Brandenburg (BER) fertigstellen. Wie die Flughafengesellschaft in Berlin mitteilte, wurde der Vertrag mit Siemens am Dienstag unterzeichnet.

Wann Siemens mit der Arbeit beginnt und wie lange sie dauert, ist aber noch offen. Zunächst müssen andere Firmen ermitteln, wie viele Entrauchungskanäle und -klappen umgebaut werden müssen. Dann lässt der Flughafen neue Pläne erstellen. Siemens erhält für die Zusatzaufgabe einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag.

Zudem soll Siemens als zusätzliche Aufgabe "auch die Nachströmung von Frischluft im Brandfall" steuern. Flughafenchef Hartmut Mehdorn nannte die Auftragsvergabe an Siemens einen "wichtigen Meilenstein bei der Realisierung des BER". Tests hatten ergeben, dass die Luft nicht so nachströmt, wie sie sollte, während der Rauch abgesaugt wird. Sie verwirbelte stattdessen mit dem Rauch.

Steuerung der Brandschutzanlage teilweise "nicht umsetzbar"

Probleme bei der Entrauchungsanlage zählten im vergangenen Jahr zu den entscheidenden Gründen, weshalb der Flughafen nicht wie geplant im Juni eröffnen konnte. Nach Angaben der Flughafengesellschaft war Siemens bisher bereits dafür zuständig, die von Drittfirmen gebauten Entrauchungsanlagen wie Entrauchungskanäle, -ventilatoren und -klappen anzusteuern.

Siemens werde nun Umbauarbeiten vornehmen, kündigte der Flughafen an. Diese seien nötig geworden, weil sich die Steuerung der Brandschutzanlage bei Praxistests teilweise als "nicht umsetzbar" erwiesen hatte. Jörg Marks, Leiter des Siemens-Bereichs Gebäudetechnologie in der Region Ost, erklärte, der Vertragsabschluss sei "ein guter Schritt nach vorn für die Realisierung des Flughafens". Zum Volumen des Auftrags und seiner Dauer wollte sich der Flughafen nicht äußern. Die Arbeiten müssten in den Gesamtplan "eingetaktet werden", erklärte ein Sprecher.

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