Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit (SPD). (Bild dpa)

Wowereit gegen Mehdorn-Vorstoß - Tegel offenhalten: "Ganz klares Nein" aus Berlin

Berlins Regierender Bürgermeister will keine weiteren Irritationen. Wenn der BER in Betrieb gehe, werde Tegel geschlossen. BER-Chef Mehdorn hatte ins Gespräch gebracht, Tegel bis 2018 offenzuhalten.  

"Die erste Aufgabe ist nicht, diese Planspiele zu machen, sondern den Flughafen fertig zu bauen"

BER-Chef Mehdorn macht sich mit seinen Plänen für einen Weiterbetrieb des Flughafens Tegel bis 2018 wenig Freunde.

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) erteilte diesen Überlegungen jetzt eine Absage. Dem rbb sagte er: „Ein ganz klares Nein“. Wenn der neue Flughafen fertig sei, werde Tegel geschlossen. Da dürfe es nicht immer neue „Irritationen“ geben.

„Die erste Aufgabe ist nicht, diese Planspiele zu machen, sondern den Flughafen fertig zu bauen“, erklärte Wowereit, der stellvertretender BER-Aufsichtsrats-Vorsitzender ist.

Auch die rot-schwarze Koalition im Berliner Abgeordnetenhaus kritisierte Mehdorns Vorschlag, Tegel bis 2018 offenzuhalten, scharf.

Helmuth Markov (dpa, 2013)
Brandenburgs Finanzminister Helmuth Markov

Widerstand auch aus Brandenburg

Am Mittwoch hatte sich bereits Brandenburgs Finanzminister Hellmuth Markov (SPD) sehr deutlich geäußert: „Der Beschluss ist: Tegel macht zu. Da kann Herr Mehdorn jetzt dreimal sagen, es leuchtet ihm nicht ein.“ Ministerpräsident Platzeck hielt sich in der Frage bisher bedeckt. 

Mehdorn hatte erklärt, Tegel-Flüge könnten notwendig werden, wenn 2018 die nördliche der beiden Start- und Landebahnen am neuen Hauptstadtflughafen saniert werde.

Der Verkehrsexperte der Grünen im Bundestag, Anton Hofreiter, äußerte Verständnis für diese Position. Dem rbb sagte er, es sei zwar rechtlich nicht möglich, die neue südliche Start- und Landebahn in Schönefeld in Betrieb zu nehmen und gleichzeitig Tegel bis 2018 offen zu halten. Es gebe aber die Möglichkeit, die Südbahn zunächst dem alten Flughafen Schönefeld zuzuschlagen. Dann würde der BER noch nicht als eröffnet gelten. Tegel könnte dann offen bleiben, bis die nördliche Start- und Landebahn saniert sei. Dies sollte zügig geschehen, sagte Hofreiter.

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