Landendes Flugzeug bei Nacht (dpa-Bild)

Flughafen Schönefeld - Vogelsänger plant Nachtflugverbot am SXF

Während der BER nicht in die Gänge kommt, versieht der alte Flughafen in Schönefeld fast unbemerkt seinen Dienst - theoretisch sogar rund um die Uhr, denn zurzeit gibt es dort noch kein Nachtflugverbot. Das soll sich ab November ändern.
Am alten Flughafen in Schönefeld soll ab November ein Nachtflugverbot gelten. Das hat Brandenburgs Infrastrukturminister Jörg Vogelsänger (SPD) am Freitag vorgeschlagen. Bislang dürfen die Flugzeuge in Schönefeld 24 Stunden am Tag starten und landen. Die Regelung läuft aber Ende Oktober aus.

Wíe Vogelsänger sagte, soll ab November die bisher geplante BER-Nachtflugregelung übernommen werden. Diese sieht vor, dass von 23.30 bis 5.30 Uhr keine Flüge zulässig sind. Laut Flugplan gibt es in Schönefeld aber derzeit nur einen solchen Flug.

Erfolgreiches Volksbegehren

Ob es bei den bisher geplanten Nachtflugzeiten am BER bleiben wird, hängt davon ab, wie sich der Brandenburger Landtag zum Volksbegehren verhält, das Anfang Dezember 2012 mit einem positiven Votum zu Ende ging.

Damals hatten die Fluglärm-Gegner in Brandenburg einen ersten großen Erfolg gefeiert, denn über 106.000 Bürger sprachen sich für ein umfassendes Nachtflugverbot am künftigen BER aus, das zwischen 22.00 Uhr abends und 6.00 Uhr morgens gelten soll. Nur 80.000 gültige Unterschriften wären nötig gewesen.

In Berlin war ein Volksbegehren mit demselben Ziel gescheitert: Dort kamen bis Ende September nicht die erforderlichen 173.000 Unterschriften zusammen. Das Volksbegehren in Brandenburg war Anfang Juni angelaufen.

Da das Volksbegehren erfolgreich war, muss sich der Potsdamer Landtag mit dem Thema erneut beschäftigen. Lehnt er im Frühjahr 2013 das Volksbegehren ab, kommt es zur Volksabstimmung. Dann können alle Brandenburger ab 16 Jahren darüber abstimmen. Gibt es auch dort eine Mehrheit für das Nachtflugverbot, wäre der Volksentscheid immer noch nicht zwingend bindend, da nicht über ein Gesetz abgestimmt wird.

Anti-Fluglärm-Demonstranten in der Berliner City-West (Foto: dpa)
Demonstration gegen den Fluglärm durch den BER

Regelmäßige Demos gegen Fluglärm am BER

Anwohner von Schönefeld und der von den Flugrouten betroffenen Gemeinden protestieren seit vielen Monaten gegen Fluglärm und für ein striktes Nachflugverbot am künftigen Flughafen BER. Vor allem die Friedrichshagener Bürgerinitiative macht sich für ein Nachtflugverbot stark und demonstriert sei eineinhalb Jahren jeweils am Montag gegen den befürchteten Fluglärm,

Laut Flughafengesellschaft ist am BER im Gegensatz zum alten Flughafen Schönefeld mit rund 40 Start- und Landeanflügen am späten Abend und frühen Morgen zu rechnen.

Mehr zum Thema