
Streit um Flugrouten - Blankenfelde-Mahlow geht in Revision gegen OVG-Urteil
Eine Gemeinde im Süden Berlins wehrt sich: Blankenfelde-Mahlow wird die Flugrouten-Entscheidung anfechten, die das Oberverwaltungsgericht im September getroffen hatte. Demnach müssten vom BER startende Flugzeuge die Gemeinde in den Nachtstunden umfliegen. Blankenfelde-Mahlow will dies auch für den Tag erreichen.
Das Ringen um die Flugrouten für den neuen Flughafen BER nimmt kein Ende. Die am stärksten vom Fluglärm belastete Gemeinde Blankenfelde-Mahlow kündigte am Freitag Revision gegen ein Urteil an, mit dem das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg das Ortszentrum in der Nacht von Fluglärm entlasten wollte.
Das Gericht hatte im September entschieden, dass Flugzeuge nach dem Start vom neuen Flughafen Mahlow nachts nördlich umfliegen müssen. Die Gemeinde will jedoch auch am Tag die Starts über sein Zentrum verhindern - denn die Anwohner dort müssen schon die Landeanflüge
ertragen. Einen entsprechenden Beschluss habe die Gemeindevertretung am Donnerstagabend gefasst, hieß es.
Auch in den Nachbargemeinden regt sich Widerstand
Mitte September hatten die Richter erklärt, dass die geplante Route in der Zeit von 22.00 Uhr bis 6.00 Uhr rechtswidrig sei. Überflüge tagsüber wurden dagegen genehmigt. Aufgrund des Urteils waren weitere Auseinandersetzungen zu erwarten. Der Flughafenbeauftragte von Blankenfelde-Mahlow, Alexander Fröhlich, hatte unmittelbar nach dem Urteil gesagt, dass seine Gemeinde vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig dafür kämpfen werde, dass die Flüge auch tagsüber verboten werden.
Auch aus Nachbargemeinden kündigt sich Widerstand an, denn die Umfliegung von Blankenfelde-Mahlow würde zu einer größeren Lärmbelastung in Berlin-Lichtenrade und auch in Teltow führen. Bliebe es bei den jetzt geplanten Flugrouten, wäre Blankenfelde-Mahlow, in unmittelbarer Nachbarschaft des neuen Airports, jedoch die am stärksten vom Fluglärm betroffene Gemeinde.




