
Berliner Senat unter Druck - BER-Umweltbericht geschönt?
Laut rbb-Recherchen hat der Senat einen kritischen Umweltbericht zur Müggelseeroute möglicherweise nachträglich verändert. Bedenken von Experten, die den Überflug des Wasserschutzgebietes ablehnen, wurden offenbar gestrichen.
Die Auswirkungen der Flugroute vom BER über den Müggelsee auf das Wasserschutzgebiet Friedrichshagen sind vom Senat offenbar nicht ausreichend geprüft worden. Offizielle Unterlagen, die dem rbb-Inforadio vorliegen, legen sogar den Schluss nahe, dass Prüfergebnisse aus politischen Erwägungen geschönt wurden. Dies soll, so ein interner Vermerk, auf Weisung des damaligen Umweltsenators Peter Strieder, SPD, erfolgt sein.
So hatte die Gewässeraufsicht in der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz eine Stellungnahme zum geplanten Flughafenprojekt in Schönefeld abgegeben. "Ausgehend davon, dass im schlimmsten Fall ein verursachter Schadstoffeintrag in etwa 50 bis 100 Jahren auch die Brunnengalerien des Wasserwerkes Friedrichshagen erreicht, sind die Auswirkungen auf die Trinkwasserversorgung Berlins zu ermitteln und darzustellen."
Weiterhin kamen die Experten zu der Ansicht: "Man kann nicht oft genug erwähnen, dass alle Gefahrenpotentiale ausgeschlossen werden müssen, welche die Trinkwasserversorgung Berlins gefährden könnten."
So hatte die Gewässeraufsicht in der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz eine Stellungnahme zum geplanten Flughafenprojekt in Schönefeld abgegeben. "Ausgehend davon, dass im schlimmsten Fall ein verursachter Schadstoffeintrag in etwa 50 bis 100 Jahren auch die Brunnengalerien des Wasserwerkes Friedrichshagen erreicht, sind die Auswirkungen auf die Trinkwasserversorgung Berlins zu ermitteln und darzustellen."
Weiterhin kamen die Experten zu der Ansicht: "Man kann nicht oft genug erwähnen, dass alle Gefahrenpotentiale ausgeschlossen werden müssen, welche die Trinkwasserversorgung Berlins gefährden könnten."
Experten: Wasserschutzgebiet soll nicht überflogen werden
Das Wasserwelr Friedrichshagen liefert 30 Prozent des Berliner Trinkwassers, Tendenz steigend. In einem Schreiben vom 07. Juli 2000 formulierten die Wasserexperten des Umweltsenators deshalb eine deutliche Einschätzung: "Insoweit ist es nicht tolerierbar, dass das Wasserschutzgebiet Friedrichshagen mit Landflächen und dem Müggelsee überflogen wird."
In der offiziellen Stellungnahme des Senats zum Flughafenprojekt wird die Kritik der Wasserexperten jedoch nicht erwähnt. Die Streichung, so heißt es in einer Aktennotiz, sei auf Drängen des damaligen Umwelt- und Verkehrssenators Peter Strieder, SPD, erfolgt: " Der Senat Berlin will den Flughafenausbau Schönefeld. Um keinen Grund zu geben, dass Berlin als Behinderer wirkt, darf das Generalreferat auf Weisung des Senators keine derartigen schriftlichen Aussagen zum Grundwasserschutz weiterleiten".
Das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherheit (BAF) hatte die so genannte "Müggelsee-Route" direkt über das potentielle Schutzgebiet gelegt. Die Folge: Bis zu 122 Maschinen pro Tag werden mit dem Start des BER die Trinkwasserregion überfliegen.
In der offiziellen Stellungnahme des Senats zum Flughafenprojekt wird die Kritik der Wasserexperten jedoch nicht erwähnt. Die Streichung, so heißt es in einer Aktennotiz, sei auf Drängen des damaligen Umwelt- und Verkehrssenators Peter Strieder, SPD, erfolgt: " Der Senat Berlin will den Flughafenausbau Schönefeld. Um keinen Grund zu geben, dass Berlin als Behinderer wirkt, darf das Generalreferat auf Weisung des Senators keine derartigen schriftlichen Aussagen zum Grundwasserschutz weiterleiten".
Das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherheit (BAF) hatte die so genannte "Müggelsee-Route" direkt über das potentielle Schutzgebiet gelegt. Die Folge: Bis zu 122 Maschinen pro Tag werden mit dem Start des BER die Trinkwasserregion überfliegen.
Wolf Siebert und Thomas Rautenberg



