
Schallschutzmaßnahmen hinken hinterher - BER-Lärm betrifft voraussichtlich mehr als 100.000 Menschen
Neue Zahlen des Umweltbundesamtes lassen eine erhebliche Lärmbelastung durch den neuen Hauptstadtflughafen erwarten. Doch beim Schallschutz passiert erschreckend wenig.
"Deutlich über 100.000 Menschen" könnten unter dem Lärm des künftigen Flughafens BER in Schönefeld zu leiden haben. Diese Zahl nannte am Dienstag das Umweltbundesamt. Schallschutzmaßnahmen kommen zugleich nur schleppend voran. Das geht aus einer internen Information der Flughafengesellschaft hervor, die dem rbb vorliegt.
Danach war bis zum März noch keiner der Anträge auf Schallschutz tagsüber abschließend bearbeitet worden. Insgesamt müssen laut bisheriger Planung etwa 14.000 Haushalte Tag und Nacht vor dem zu erwartenden Fluglärm geschützt werden.
Tausende Anträge noch in Bearbeitung
Rund 11.000 Anträge befinden sich dem Papier zufolge noch immer in Bearbeitung, weitere 2.600 wurden bisher noch nicht von den berechtigten Anwohnern eingereicht.
Nur wenig schneller wird der Schallschutz in den flughafennahen Wohnungen umgesetzt, die ausschließlich nachts über die Grenzwerte hinaus vom Fluglärm betroffen sind. Von den rund elfeinhalbtausend Wohneinheiten haben erst rund 800 die Zusage erhalten, dass die Kosten für den Schallschutz übernommen werden.
Nur wenig schneller wird der Schallschutz in den flughafennahen Wohnungen umgesetzt, die ausschließlich nachts über die Grenzwerte hinaus vom Fluglärm betroffen sind. Von den rund elfeinhalbtausend Wohneinheiten haben erst rund 800 die Zusage erhalten, dass die Kosten für den Schallschutz übernommen werden.

Umweltbundesamt fordert mehr Transparenz bei den Flugrouten
Das Umweltbundesamt bemängelte am Dienstag zudem, die Planung von Flugrouten in Deutschland verlaufe wenig transparent. Es sei oft nur schwer nachvollziehbar, warum bestimmte Vorschläge an die Öffentlichkeit kommen, sagte der Abteilungsleiter Verkehr und Lärm im Umweltbundesamt, Uwe Brendle.
Das Amt wolle in wenigen Monaten konkrete Verbesserungsvorschläge vorlegen, wie bundesweit eine deutlich bessere Beteiligung der Öffentlichkeit erreicht werden könne, sagte Brendle.
Das Amt wolle in wenigen Monaten konkrete Verbesserungsvorschläge vorlegen, wie bundesweit eine deutlich bessere Beteiligung der Öffentlichkeit erreicht werden könne, sagte Brendle.



