Werbetafel für Baugrundstücke in Schönefeld (Quelle: dpa)

Flughafenumfeld lockt neue Anwohner - Drohender Fluglärm schreckt Bauherren nicht ab

Die Flüglärmdebatte scheint nicht abzuschrecken: Das Interesse an Grundstücken rund um die Flughafenbaustelle in Schönefeld ist im vergangenen Jahr leicht gestiegen. Der Landrat von Dahme-Spreewald sieht gar einen "kleinen Generationenwechsel" bei den Anwohnern.

Trotz des drohenden Fluglärms zieht die Region um den künftigen Airport in Schönefeld neue Bewohner an. Indiz seien leicht steigende Grundstückspreise im Umfeld des BER, sagte der Landrat von Dahme-Spreewald, Stephan Loge (SPD), am Dienstag dem rbb.

"Ich glaube schon, dass Menschen, die mit dem Risiko leben, dass Flugrouten sie in ihrer Lebensqualität einschränken, verkaufsbereit sind." Andere wiederum, die diesbezüglich "vielleicht etwas großzügiger" seien, wollten gerade solche Grundstücke haben, die etwa in der Nähe ihres Arbeitsortes am Flughafen liegen, erklärte Loge. So passiere in der Region am Flughafen mittlerweile ein "kleiner Generationswechsel".

Trotz des Fluglärms ist das Interesse an Bauland leicht gestiegen.

Bauland in Zeuten und Großziethen am teuersten

Die "wiederkehrenden Befürchtungen drastischer Preisrückgänge für Wohnbaulandflächen" in den Gemeinden um den Flughafen hätten anhand der vorliegenden Kaufverträge nicht bestätigt werden können, heißt es in einer Pressemitteilung des Landkreises. Insbesondere in den betroffenen S-Bahn-Gemeinden Eichwalde, Zeuthen und Schulzendorf weise das Preisniveau bei zunehmender Nachfrage moderate Steigerungen um fünf Prozent auf.

Zeuthen und der Schönefelder Ortsteil Großziethen gehören mit Grundstückspreisen von bis zu 200 Euro pro Quadratmeter beziehungsweise 160 Euro zu den teuersten Wohnlagen in dem Landkreis. In der Gemeinde Königs Wusterhausen, die die meisten Kaufvorgänge verzeichnete, liegen die Preise bei 100 Euro pro Quadratmeter.

Ein Gutachterausschuss hatte die Daten aus allen im Jahr 2013 abgeschlossene Kaufverträgen ermittelt. Die rund 2450 Verträge betreffen sowohl baureifes Land als auch land- und forstwirtschaftlich genutzte Flächen.

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