Tagung der Fluglärmkommission - Änderungen an den Flugrouten vorerst gekippt
Seit Jahren sind die Flugrouten für den künftigen Airport Berlin-Brandenburg umkämpft. In Schönefeld beriet die Fluglärmkommission nun erneut über Änderungen. Grund: Die Gemeinde Blankenfelde-Mahlow und Anrainer-Gemeinden suchen nach einem Weg, wie startende Maschinen Blankenfelde-Mahlow nachts umfliegen können. Doch die Fluglärmkommission lehnte neue Flugrouten vorerst ab und vertagte die Entscheidung.
Fast zwei Jahre nach dem erbitterten Ringen um die Flugrouten für den neuen Flughafen Berlin-Brandenburg (BER) hat die Fluglärmkommission am Montag vorerst neue Flugrouten abgelehnt.
Die Umland-Bürgermeister überstimmten die am schwersten betroffene Gemeinde Blankenfelde-Mahlow. Wie Eichwalde und Wildau hatte sie Änderungen an dem umstrittenen Routensystem beantragt. Die Kommission vertagte die Entscheidung darüber. Sie will erst über Änderungen beraten, wenn der Flughafen in Betrieb ist. "Die eine oder andere Gemeinde hat kein Interesse daran, dass das Bündel wieder aufgeschnürt wird", erklärte der Kommissionsvorsitzende Gerhard Steintjes.
"Modell Hoffmann" stand zur Diskussion
In der Sitzung haben Vertreter der Umland-Gemeinden und der Luftfahrtbranche Konsequenzen aus einem Urteil erörtert, das im September 2013 einen Teil des komplizierten Systems kippte. Startende Maschinen sollen demnach nachts einen Bogen um Blankenfelde-Mahlow machen, die am stärksten vom Fluglärm betroffene Gemeinde. Dies provozierte wiederum Widerstand in den Nachbarorten.
Die Bürgermeister von Blankenfelde-Mahlow, Eichwalde und Wildau und die Luftfahrtvertreter müssen nun einen Weg finden, auf dem startende Maschinen Blankenfelde-Mahlow nachts umfliegen. Die Anrainer-Gemeinden brachten ein Alternativkonzept auf die Tagesordnung, das von dem Eichwalder Hobby-Piloten Marcel Hoffmann stammt.
Das nach ihm benannte "Modell Hoffmann" sieht vor, die Zahl der Flugrouten zu reduzieren, indem außerhalb der Spitzenzeiten eine Bahn ausschließlich für Starts und die andere Bahn nur für Landungen benutzt wird. Die Zahl vom Fluglärm betroffener Anwohner sollte dadurch um mehr als 100.000 sinken. Die zuständige Bundesbehörde hatte eine solche Variante aber verworfen.
Flugrouten beschäftigen die Richter seit Jahren
Anfang 2012 hatte die Behörde nach erbitterten Protesten Betroffener die Flugrouten festgelegt. Sie gelten für Starts. Danach können die Maschinen Kurven fliegen, um Wohngebiete zu meiden. Bei Landungen aber müssen sie geradeaus fliegen.
Das Oberverwaltungsgericht untersagte jedoch inzwischen die geplanten Flüge über den Wannsee und zuletzt nächtliche Starts über Blankenfelde. Dagegen regt sich neuer Widerstand im benachbarten Berliner Stadtteil Lichtenrade und in Teltow. Tagsüber hebt jedoch nach den Plänen eine große Zahl von Maschinen über Blankenfelde ab. Diese Flüge genehmigte das Gericht.
Fluglärmgegner wollen wieder demonstrieren
Das Bundesamt geht bei seinen Planungen noch von einer Inbetriebnahme des Airports im Juni 2014 aus. Der Flughafen hat sich aber noch nicht auf einen Termin festgelegt.
Die Nordbahn wird indes schon für Starts und Landungen vom alten Schönefelder Flughafen genutzt und muss deshalb saniert werden.
Die Bürgerinitiativen bereiten unterdessen weitere Demonstrationen für ein Flugverbot von 22.00 Uhr bis 6.00 Uhr vor. Sie wollen am 19. Oktober vor die Zentrale der Berliner CDU in Schöneberg ziehen. Am 16. November ist der Landesverband der SPD im Stadtteil Wedding das Ziel.







