
Schallschutzmaßnahmen - Tausende Häuser am BER werden neu geschätzt
Wenn es im Dezember in Nähe des Flughafens BER an der Tür klingelt, dann steht vielleicht ein Gutachter vor der Tür. Tausende Häuser sollen in Augenschein genommen werden, um ihren Wert zu ermitteln, damit die Eigentümer Geld aus dem Schallschutzprogramm bekommen können.
Tausende Anwohner des künftigen Flughafens BER bekommen von Dezember an Besuch von Gutachtern. Die Fachleute sollen den Wert der Häuser ermitteln, damit die Betreiber die Eigentümer aus dem Schallschutzprogramm entschädigen können.
Laut Ausschreibung im europäischen Amtsblatt geht der Flughafen davon aus, dass die Gutachter bis zu 5.300 Häuser bewerten müssen - jene Häuser, bei denen die Schutzvorgaben nicht vollständig umsetzbar sind, weil das mehr als 30 Prozent des Verkehrswertes kosten würde. Sie sollen den bis zu dieser Kostengrenze möglichen Schutz erhalten.
Betroffen sind gut 8.500 der rund 14.000 Wohnungen im sogenannten Tagschutzgebiet. Hier hatte der Flughafen das Ziel verfehlt, dass in den Häusern Fluglärm tagsüber kein Gespräch übertönen darf, wie das Oberverwaltungsgericht (OVG) Berlin-Brandenburg im April entschied. Der Flughafen muss nun mit Schallschutzfenstern, Dämmung und Lüftern nachbessern.
Kostenerstattungen statt Bargeld
Die Betreiber gehen davon aus, dass es acht Monate dauert, alle Gutachten zu erstellen. Der Vertrag mit dem Gutachter-Unternehmen soll Ende 2014 enden - gut drei Jahre nach dem ursprünglich geplanten Eröffnungstermin für den Flughafen. Nach vier geplatzten Terminen ist nun offen, wann der Neubau in Betrieb geht.
Anders als im Planfeststellungsbeschluss vorgesehen, sollen die 5.300 Hausbesitzer nicht Bargeld von der Flughafengesellschaft erhalten, sondern Kostenerstattungen. Darauf hatten sich die Betreiber im Juli mit den Umland-Bürgermeistern geeinigt, damit das Geld auch tatsächlich in Schallschutz fließt.
Für den Schallschutz hatte der Flughafen ursprünglich 139 Millionen Euro veranschlagt, nach dem OVG-Urteil könnte das Programm nach früheren Schätzungen des Aufsichtsrats bis zu 730 Millionen Euro kosten. Die Betreibergesellschaft greift parallel das Urteil per Nichtzulassungsbeschwerde an - aus haftungsrechtlichen Gründen, wie das Unternehmen zuletzt betonte.


