Mehdorn und Wowereit knuffen sich auf der BER-Pressekonferenz am 8. März. (Bild dpa)

Mehdorn und Wowereit - "Der Mann muss weg"

"Er hat Ecken und Kanten, die werden wir ihm auch nicht mehr abschleifen." Mit diesen Worten begrüßte Klaus Wowereit den neuen BER-Chef Hartmut Mehdorn. Tatsächlich sind die beiden Männer alte Bekannte - nicht immer im Guten.

Hartmut Mehdorn ist neuer BER-Chef. Damit trägt er die Verantwortung für einen Flughafen, dem er in der Vergangenheit auch kritisch gegenüberstand. Zudem muss sich der streitbare Ex-Bahnmanager mit Politikern auseinandersetzen, zu denen er nicht immer ein gutes Verhältnis hatte, allen voran Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit. rbb online präsentiert eine Reihe von Aussagen von und über Mehdorn aus den vergangenen Jahren.

"Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie sich nicht von jeder Pressemeldung, die ja leider nicht so besonders bahnfreundlich sind, auf die Spitze bringen ließen."

Mehdorn 2005 in einem Brief an Klaus Wowereit. Der hatte sich zuvor öffentlich aufgeregt, weil die Bahn in ihrem damaligen Fahrplan keine Fernzüge nach Schönefeld eingeplant hatte - mit der Begründung, dass der neue Flughafen (damals noch BBI) nicht fertig sei.

"Wenn Herr Mehdorn die Koffer gepackt haben will, dann sollten wir ihn nicht davon abhalten. Aber die Mitarbeiter bleiben in Berlin."

Klaus Wowereit auf einem Parteitag der SPD im Jahre 2007 über Hartmut Mehdorn. Wowereit kritisierte die Entscheidung der Bahn, die Logistiksparte zusammenzulegen und in Hamburg anzusiedeln.

"Wir sind nicht zufrieden mit dem BBI, der da dauernd rummeckert."

Mehdorn im Juni 2008. Der Bahn-Chef wehrt sich gegen Vorwürfe, für Verzögerungen bei der Schienenanbindung des künftigen Berliner Hauptstadtflughafens verantwortlich zu sein.
Paar spaziert über Tempelhofer Feld (dpa-Archivbild)
Spaziergänger auf dem Tempelhofer Feld

"Wenn der Flughafen offen bleibt, würden wir ihn übernehmen."

Hartmut Mehdorn auf einer Veranstaltung der Berliner CDU im Jahre 2008. Allerdings ging es nicht um den BER, sondern um Tempelhof. Während Wowereit die Schließung des alten Innenstadtflughafens vorantrieb, warb Mehdorn mit Nachdruck für dessen Erhalt.

"Der Mann muss weg!"

Klaus Wowereit über Mehdorn, nachdem bei der Deutschen Bahn eine jahrelange Bespitzelung der Mitarbeiter aufgedeckt wurde.

Porträt

Mehdorn mit rotem Air-Berlin-Bauhelm (Bild dpa)

- "Ich kam, sah und sanierte"

Als Air-Berlin-Chef verklagte Hartmut Mehdorn den BER - jetzt hat er bei dem Flughafenbau selbst den Hut auf. Doch mit krassen Richtungswechseln hat Mehdorn kein Problem. Bei der defizitären Bahn riss er erfolgreich das Steuer herum. Verhilft Mehdorn nun auch dem Pannen-Projekt BER zum Erfolg?

"Das ist unser Heimatflughafen."

Mehdorn im November 2011 über den BER, rund ein halbes Jahr vor der erneuten Verschiebung der Eröffnung. Der neue Hauptstadtflughafen sollte laut Mehdorn der Hauptstandort der Fluglinie Air Berlin werden. 

"Das wird ein Superflughafen mit Platz und Grandezza."

Mehdorn im Mai 2012 über den neuen Flughafen.

"Der Schwarz sieht ja noch erstaunlich gut aus, 100 Tage vor der Eröffnung. Irgendwo steht da 'ne Guillotine, unter die er muss, wenn er dann nicht offen ist."

Mehdorn, damals Air-Berlin-Chef, im Februar 2012 über den damaligen Flughafenchef Rainer Schwarz - bevor die für Juni geplante Eröffnung des neuen Airports platzte.

"Dies ist völlig unakzeptabel und fügt Berlin als Flughafen-Drehkreuz einen kaum mehr reparablen und deshalb unerträglichen Image-Schaden zu."

Mehdorn im Mai 2012 nach der Verschiebung des Eröffnungstermins - damals noch auf den 13. März 2013.

"Wir können nicht sagen, wir leben hier zehn Monate mit einem Provisorium der übelsten Art."

Mit diesen Worten fordert der damalige Air-Berlin-Chef Mehdorn Investitionen in Tegel. Der Flughafen muss länger geöffnet bleiben, weil der BER nicht fertig wird.

"Ich habe ihm schon mal als Bahn-Chef gesagt, dass ich das für einen Fehler halte. Das macht viel Arbeit, und man kann nichts gewinnen."

Mehdorn im Juli 2012 zur Doppelfunktion Klaus Wowereits als Regierender Bürgermeister und damaliger Flughafen-Aufsichtsratschef
Arbeiter am neuen Flughafen BER (Quelle: dpa)
Arbeiter auf der Baustelle des BER

"Hoffentlich kommen die schnell in die Hufe."

Mehdorn über die Bauarbeiten am BER. Air Berlin ist Hauptkunde der Berliner Flughafengesellschaft und leidet am meisten unter der Überlastung Tegels und der verschobenen Eröffnung des BER.

"Ich bin kein Freund von dieser Einschränkung."

Mehdorn bei der Pressekonferenz im März. Damit positioniert sich der neue BER-Chef gleich zu Beginn seines Engagements gegen den Aufsichtsratschef Matthias Platzeck. Der hatte sich kurz zuvor noch für ein längeres Nachtflugverbot eingesetzt.

"Ich freue mich, dass wenigstens das Dach des Flughafens fertig ist."

Klaus Wowereit auf der Pressekonferenz des BER-Aufsichtsrates am 8. März 2013. Es ist ein Seitenhieb auf das gekürzte Glasdach des Berliner Hauptbahnhofes, über das sich bis heute viele Stadtbewohner ärgern.

Mehdorn antwortete prompt...

"Dafür waren wir mit dem Hauptbahnhof pünktlich fertig."

"Die ganze Welt sagt: Es geht gar nicht. Ich sage: Es müsste gehen, aber ich weiß auch noch nicht wie."

Mehdorn als neuer Berliner Flughafenchef am 11. März in Potsdam über den Weg bis zur Öffnung des Hauptstadt-Airports.

 

Und fügte vielsagend hinzu...

"Muss man Tegel wirklich schließen, oder kann man nicht die Last ein bisschen gleich auf die Stadt verteilen?"

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