Flughafen Schönefeld(Bild:dpa)

Geschichte - Steckbrief Schönefeld

Von der Eröffnung 1946 bis zur zur Wende war Schönefeld "Zentralflughafen" der DDR. Angeflogen wurden Dutzende Staaten - für DDR-Bürger jedoch meist nur die im Osten. 

* Eröffnung: 1946

* Fläche: 630 Hektar

* Geschichte: Der Flughafen Schönefeld entstand 1934 als Werksflughafen für die Henschel-Flugzeugwerke. Seit 1946 lief der Flugverkehr der sowjetischen Militärverwaltung über die Rollfelder südlich von Berlin. Bis zur Wende diente Schönefeld als Zentralflughafen der DDR, in den zwanzig Jahren danach etablierte er sich vor allem als Start- und Zielpunkt für "Billig-Flieger", die auf den Markt kamen. Rund 20 Kilometer südlich von Berlin-Mitte gelegen, bot sich Schönefeld dann zum Ausbau an.

Eine Gruppe Urlauber aus der DDR nach dem Heimflug aus der Sowjetunion am 16.06.1964 auf dem Flughafen Berlin-Schönefeld (DDR). (Bild: dpa-Report)
DDR-Urlauber kehren von einer Reise aus der UdSSR zurück.

Fenster zur Welt

Zu DDR-Zeiten wurden von Schönefeld in 53 Staaten geflogen. Auch westliche Reisende konnten, von Tegel kommend, in Schönefeld umsteigen, um beispielsweise Budapest oder Prag, aber auch einige Ziele in Westeuropa zu erreichen.

Extra zu diesem Zweck gab es eine Busverbindung der Ost-Berliner-Verkehrsbetriebe, die von 1963 bis 1990 vom Flughafen zum Hotel Arosa in Berlin-Charlottenburg führte, mit Zwischenstopps am Berliner Messegelände sowie in Berlin-Wilmersdorf.

Im Südteil des Flughafens befanden sich die Werft- und Wartungsanlagen der Interflug. Sie werden heute von der Lufthansa genutzt. Der südliche Bereich des Geländes diente auch militärischen Zwecken.

ILA 2010(Bild:dpa)
ILA 2010

Unfälle und Publikumsmagnet

Zwei größere Unglücke hatte Schönefeld in seiner Geschichte zu verkraften: Am 12. Dezember 1986 stürzte in Berlin-Bohnsdorf beim Anflug auf den Flughafen eine Aeroflot-Maschine ab. 72 der 82 an Menschen an Bord kamen dabei ums Leben. Und am 17. Juni 1989 starben bei dem missglückten Startabbruch einer Iljuschin der Interflug 19 der 113 Passagiere sowie ein Mensch am Boden.

Am 19. Juni 2010 verunglückte ein historischer Rosinenbomber bei der Landung in Schönefeld: Es gab sieben Verletzte sowie Totalschaden an dem Berliner Traditionsflugzeug.

Nach der Wende errichtete das Rote Kreuz auf dem Gelände ein Lager mit Hilfsgütern für Katastropheneinsätze in aller Welt, außerdem betreibt die Lufthansa hier ein Flugsimulationszentrum. 1992 zog die ILA (Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung) zurück an ihren historischen Standort auf den Flughafen Berlin-Schönefeld und wurde alle zwei Jahre zum Anziehungspunkt für Interessierte.

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