1923 nahm der Flughafen Tempelhof den Linienverkehr auf - er war damit einer der ersten Verkehrsflughäfen Deutschlands. Berühmt wurde Tempelhof durch die Luftbrücke. Inzwischen ist der Betrieb eingestellt und statt Flugzeugen rasen Inline-Skater über die Pisten der "Tempelhofer Freiheit".
Das waren noch Zeiten, als der Flugverkehr von und nach Berlin von Korridoren bestimmt war und Politiker für Tegel in einer fernen Zukunft von zehn Millionen Passagieren pro Jahr träumten. Berlins Flughäfen in historischen TV-Berichten aus dem Rundfunkarchiv von SFB und rbb.
Schon im Jahr 1923 nahm der Flughafen Tempelhof den Linienverkehr auf - er war damit einer der ersten Verkehrsflughäfen Deutschlands. Berühmt wurde Tempelhof durch die Luftbrücke. Hier landeten die voll bepackten "Rosinenbomber" aus dem Westen. Inzwischen ist der Betrieb eingestellt und statt Flugzeugen rasen Inline-Skater über die Pisten der "Tempelhofer Freiheit".
* Eröffnung: 1923
* Fläche: 386 Hektar
* Geschichte: Berühmt wurde dieser Berliner Flughafen durch die Luftbrücke 1948/49 - während der Belagerung West-Berlins brachten die so genannten Rosinenbomber über Tempelhof Hilfsgüter in die Stadt.
Blick in einen Hangar
Monumentales Bauwerk
Im 18. und 19. Jahrhundert diente das Tempelhofer Feld schon als Exerzier- und Paradeplatz für das Militär. Zugleich war es ein beliebtes Naherholungsgebiet der Berliner. Schon früh wurden hier erste Flugversuche unternommen und Flugschauen gezeigt, die Tausende Zuschauer anzogen.
1923 wurde der erste reguläre Flughafen auf dem Gelände errichtet. Ab 1926 landeten auch Flugzeuge ausländischer Fluggesellschaften; die Zahl der beförderten Personen stieg von 150 im Jahr 1923 auf über 60.000 Mitte der 30er Jahre. Damit nahm Tempelhof unter den Flugplätzen in Europa die Spitzenposition vor London und Paris ein.
Auf Betreiben der Nationalsozialisten begannen 1934 Planungen für einen Großflughafen, mit denen der Architekt Ernst Sagebiel beauftragt wurde. Baubeginn war 1936. Es entstand das größte zusammenhängende Flughafengebäude der Welt mit einem 1,2 Kilometer langen, durch Treppentürme gegliederten Hallenbogen, auf dessen Dach Tribünen für bis zu 65.000 Zuschauer vorgesehen waren. Als Dokument der Luftfahrt, Architektur und Bautechnik des 20.Jahrhunderts steht das gesamte Gebäude seit 1995 unter Denkmalschutz.
West-Berliner Kinder begrüßen die "Rosinenbomber".
Care-Pakete für Berlin
Während der Berliner Blockade wurde der Westteil der Stadt durch Flugzeuge der Amerikaner und Briten aus der Luft mit Lebensmitteln, Medizin, Kohle und Rohstoffen für die Industrie versorgt. Für die so genannten ”Rosinenbomber” der Amerikaner war von Juni 1948 bis Juli 1949 der Flughafen Tempelhof Hauptstart- und -landeplatz.
1948 stürzten über Berlin zwei Lufbrückenflugzeuge ab. Insgesamt starben 39 Briten, 31 US-Amerikaner und mindestens sechs Deutsche.
1951 wurde Tempelhof für den zivilen Flug- und Frachtverkehr freigegeben. Allerdings stieß der Flughafen in den 60er Jahren an seine Kapazitätsgrenzen und man stellte 1975, nach dem Bau des Flughafens Tegels, den Betrieb ein. Erst 1990 nach dem Mauerfall wurde Tempelhof als Flughafen - hauptsächlich für Inlandsflüge - wieder geöffnet.
Ende Oktober 2008 verließen die letzten Flugzeuge Tempelhof.
Park auf der Rollbahn
Mit dem gemeinsamen Beschluss des Bundes, Berlins und Brandenburgs vom 28. Mai 1996, Schönefeld zum Flughafen Berlin Brandenburg auszubauen, waren die Tage des Tempelhofer Flughafens gezählt.
Der Volksentscheid im April 2008, bei dem die Mehrheit der abgegebenen Stimmen gegen eine Schließung votierte, änderte an den Plänen des Senats nichts, zumal insgesamt nicht genügend Stimmen zusammenkamen und somit das notwendige Quorum nicht erreicht wurde.
So wurde am 31.10.2008 der Flughafen Tempelhof offiziell geschlossen und der Flugbetrieb eingestellt. 2010 eröffnete auf dem Flughafengelände ein großes Park- und Freizeitgelände.
Der Flugpionier Robert Thelen (links) in einem Albatros-Doppeldecker auf dem Flugplatz Johannisthal (undatiert). Der Berliner Flugplatz, 1909 eröffnet, ist einer der ersten Deutschlands.
Ganz frisch gegründet startet die Deutsche Luft Hansa AG am 6. Januar 1926 mit Flügen über Halle-Erfurt-Stuttgart nach Zürich - vom Flughafen Tempelhof. Dieser hat 1923 den Linienverkehr aufgenommen.
Musike in Tempelhof: Die Bürger sind 1927 zu einem Volksfest auf das Flughafengelände geladen.
Der Eingangsbereich des Flughafens Tempelhof vor der Ankunftshalle im Jahr 1930.
Der Krieg hinterlässt in weiten Teilen Berlins eine Trümmerlandschaft. Die Stadt leidet unter einer Blockade durch die Sowjets. Im Bild: eine Maschine 1948 im Landeanflug auf den Flughafen Tempelhof.
Kinder winken von einem Trümmerberg einem Flugzeug der US-Armee zu. Dieser "Rosinenbomber" bringt 1948 Versorgungsgüter nach West-Berlin.
Das Wirtschaftswunder lässt grüßen: Schauspielerin und Sängerin Zarah Leander nimmt zur Begrüßung in Tempelhof 1955 einen rustikalen Schnaps.
Mit Schlips und Kragen, Kind und Kegel: Urlauber aus der DDR landen nach dem Heimflug aus der Sowjetunion am 16.06.1964 auf dem Flughafen Berlin-Schönefeld. Dieser ist von 1946 bis zur Wende der "Zentralflughafen" der DDR.
Die amerikanische Fluggesellschaft Pan Am lässt sich nicht lumpen und schenkt zum 20-jährigen Geburtstag in Berlin 1966 im Hangar des Flughafens Tempelhof Bier aus.
Bauarbeiten auf dem Flughafen Berlin-Tegel am 09.01.1972: Zwei Jahre später wird die Flughafenanlage eingeweiht.
Antreten für Fidel Castro, als die Ehrenformation der Nationalen Volksarmee den kubanischen Staatschef Fidel Castro am 02.04.1977 auf dem Flughafen Berlin-Schönefeld begrüßt.
Fernweh für 50 Pfennig: So viel kostete der Eintritt für die Aussichtsterrasse des Zentralflughafens Berlin-Schönefeld. (Archivfoto vom 01.08.1983).
Auf dem Archivbild vom 10.02.1991 stehen am Rande eines Rollfeldes auf dem Flughafen Berlin-Schönefeld zwei Flugzeuge vom Typ "Iljuschin 62-M", die für die DDR-Fluggesellschaft "Interflug" im Einsatz waren.
Start- und Landebahn des Flughafens Gatow aus der Vogelperspektive. Die Aufnahme stammt aus dem Jahr 1994, dem Jahr, in dem der Flugplatz geschlossen wird.
Besucher auf dem Flughafen Gatow feiern im September 2011 ein Flugplatzfest und bestaunen eine Antonov An-2 "FMU".
Gäste der Luftbrückenfeier am 14.05.98 auf dem Flughafen Berlin-Tempelhof, eine Frau hält ein Plakat mit Bildern und Fahnen sowie der Aufschrift "Danke" in den Händen.
Winkend steht Gail Hallvorsen am 12.05.1999 vor dem Luftbrücken-Denkmal in Berlin. Der Rosinenbomber-Pilot nahm an einer Festveranstaltung vor dem Flughafen Tempelhof teil, bei der an das Ende der Berlin-Blockade vor genau 50 Jahren erinnert wurde.
Mit Leuchtstäben winken Flughafenmitarbeiter am 30.10.2008 auf dem Flughafen Berlin-Tempelhof einer historische Douglas DC 6 nach - eines der letzten Flugzeuge, das von hier abfliegt.
Kinder fahren auf dem früheren Gelände des Flughafens Tempelhof Inlineskates. Nach der Schließung des Airports 2008 ist die Fläche für die Öffentlichkeit zugänglich.
Hoher Besuch: Papst Benedikt wird am 22.11.2011 von Kanzlerin Merkel und Bundespräsident Wulff auf dem Rollfeld im separaten Besucher-Bereich auf dem Flughafen Tegel empfangen.
Die Tage sind gezählt: Mit der Eröffnung des neuen Großflughafens BER in Berlin-Schönefeld soll Tegel geschlossen werden.
Eine EasyJet-Maschine landet am 30.05.2013 auf der zukünftigen Nordpiste des neuen Flughafens Berlin Brandenburg "Willy Brandt" (BER) im brandenburgischen Schönefeld. Seit 2006 wird an dem Airport gebaut, die Eröffnung muss jedoch wegen Plaungs- und Baufehlern mehrfach verschoben werden.
Der ehemalige Flugplatz Johannisthal wurde 1909 als einer der ersten Flugplätze Deutschlands eröffnet. Auf einer überdachten Tribüne konnten Zuschauer die ersten Flugschauen erleben.
Von der Eröffnung 1946 bis zur zur Wende war Schönefeld "Zentralflughafen" der DDR. Angeflogen wurden Dutzende Staaten - für DDR-Bürger jedoch meist nur die im Osten.
Entstanden als "Kaderschmiede" für die Luftwaffe der Nazis wurde Gatow nach Kriegsende zum wichtigen Brückenglied der Versorgung Berlins. Später landete hier die Queen gerne zum Staatsbesuch.
Dietmar Woidke hat es derzeit nicht so leicht. Im Rücken die Bürger, die mit einem Volksbegehren ein erweitertes Nachtflugverbot am neuen Flughafen BER fordern. Von vorn der Gegenwind aus Berlin und dem Bund, die dies rigoros ablehnen. Im Potsdamer Landtag hat Brandenburgs Ministerpräsident ...