Flughafen Tegel(Bild:dpa)

Geschichte - Steckbrief Tegel

1974 wurde die Flughafenanlage Berlin-Tegel offiziell eingeweiht. Vier Jahrzehnte später macht der BER dem Traditionsflughafen den Rang streitig.

Historische Filme

Flughafen Tegel (dpa, 1975)

- Berlins Flughäfen in historischen TV-Berichten

Das waren noch Zeiten, als der Flugverkehr von und nach Berlin von Korridoren bestimmt war und Politiker für Tegel in einer fernen Zukunft von zehn Millionen Passagieren pro Jahr träumten. Berlins Flughäfen in historischen TV-Berichten aus dem Rundfunkarchiv von SFB und rbb.

* Eröffnung: 1948, Einweihung der neuen Flughafenanlage 1974

* Fläche: 466 Hektar

* Geschichte: Der Flughafen Berlin-Tegel wurde im Herbst 1948 auf einem ehemaligen Raketenversuchsgelände als französischer Militärflughafen errichtet. Hauptzweck des Flughafens war, zusätzliche Kapazitäten für die Luftbrücke zu schaffen.

Bis zum 2. Oktober 1990 unterstand der Flughafen als "Basis 165" der französischen Luftstreitkräfte dem Gouvernement Militaire Francais de Berlin.

Bauarbeiter beim Ausbau des Flughafens Berlin-Tegel am 09.01.1972. Das neue Terminal-Gebäude des Flughafens wurde am 23.10.1974 eingeweiht. (Bild: dpa-Report)
Bauarbeiter Anfang der 70er Jahre auf dem Gelände des späteren Flughafens.

Otto-Lilienthal-Flughafen

Eine Vereinbarung zwischen der französischen Militärregierung und der Berliner Flughafen-Gesellschaft ermöglichte es, auf dem Flughafen seit 1960 neben militärischem auch zivilen Luftverkehr abzuwickeln.

Am 23. Oktober 1974 wurde die neue Flughafenanlage Berlin-Tegel, die rund 450 Mio. DM gekostet hatte, offiziell eingeweiht.

Um den zivilen Luftverkehr von und nach Berlin (West) zu konzentrieren, wurde von den zuständigen drei alliierten Schutzmächten, dem Senat von Berlin, den Luftverkehrsgesellschaften und der Berliner Flughafen-Gesellschaft damals beschlossen, den gesamten Verkehr von nur einem Flughafen, nämlich von Berlin-Tegel abzuwickeln.

Seinen Zweitnamen "Otto Lilienthal" bekam der Flughafen erst 1988.

Passagiere in Berlin-Tegel (Bild: dpa)
In den letzten Jahren platzte Tegel aus allen Nähten.

Zu klein, zu voll

Auch für Tegel galt während der deutschen Teilung die Regel, dass nur ausländische Fluggesellschaften hier arbeiten durften.

Der Vorläufer der heutigen Air Berlin war ursprünglich eine amerikanische Fluggesellschaft namens Air Berlin USA. Mit der deutschen Einheit wurden die alliierten Sonderrechte und die Restriktionen im Flugverkehr gestoppt. Der erste Lufthansa-Flug startete am 28. Oktober 1990.

Obwohl weit größer als Tempelhof, platzte Tegel schon seit Jahren aus allen Nähten - zu schmale Zufahrtswege, zu wenig Parkplätze, Restaurant- und Warteflächen. Kein Wunder: Ursprünglich war der Flughafen für 2,5 Millionen Passagiere pro Jahr gebaut worden, 2008 waren es aber fast 14,5 Millionen.

Mit dem Beschluss für den neuen Flughafen Berlin-Brandenburg war zunächst klar, dass Tegel geschlossen werden soll. Nachdem sich die Eröffnung des neuen Flughafen immer wieder verschiebt, bleibt Tegel bis auf weiteres geöffnet.

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