Die Ruinen der niedergebrannten Turnhalle hinter Absperrband auf dem Gelände der Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik. (Quelle: imago/Christian Mang)
Video: Abendschau | 29.08.2015 | Andreas Jöhrens

Ermittlungen der Berliner Polizei dauern an - Zündelnde Kinder setzten Sporthalle in Brand

Die Ursache für den Brand in der Sporthalle in Reinickendorf ist vorläufig geklärt: Einige Kinder, die in der Flüchtlingsunterkunft auf dem Gelände der Bonhoeffer-Klinik untergebracht sind, sollen in der leer stehenden Halle mit Feuer gespielt haben. Dabei sei das Feuer entstanden, teilte die Polizei am Samstag mit.

Das Feuer in der Turnhalle in Wittenau im Bezirk Reinickendorf ist wohl beim Zündeln entstanden und ist somit kein Brandanschlag gewesen. Das haben die bisherigen Ermittlungen der Berliner Polizei ergeben.

Ein achtjähriger Junge aus der nahe gelegenen Flüchtlingsunterkunft erzählte demnach den Polizisten, dass er zusammen mit anderen Kindern in der leeren Halle mit Feuer gespielt habe. Dabei sei der Brand entstanden. Die Sporthalle brannte vollständig nieder.

Zeugenaussagen hätten die Polizisten auf die Spur des Jungen gebracht, gab die Polizei am Samstag bekannt. Befragt wurde er im Beisein seiner Eltern. Auch die anderen Jungen konnten ermittelt werden. Zwei von ihnen haben den Vorfall ebenso berichtet. Über das Alter und die Herkunft der anderen Kinder behält die Polizei Stillschweigen. Sie sind alle strafunmündig und durften bei ihren Eltern bleiben. Die Polizei hat ihre Ermittlungen fortgesetzt. Weitere Details nannte die Polizei bisher nicht, auch der Sachschaden wurde bislang nicht beziffert.

Zunächst Brandanschlag befürchtet

Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) hat sich unterdessen bei denjenigen bedankt, die sich in den vergangenen Tagen besonnen und zurückhaltend geäußert hatten. "Die aktuelle Entwicklung zeigt, warum es vernünftig ist, dass eine öffentliche Bewertung nicht schon zu Beginn von Ermittlungen erfolgt", sagte Henkel. So sei verhindert worden, dass durch Spekulationen zusätzlicher Druck auf der Polizei laste. "Es ist unerlässlich, dass wir sensibel gegenüber extremistischen Bedrohungen sind und in alle Richtungen ermitteln. Ebenso wichtig ist es jedoch, die Ermittler ihre Arbeit machen zu lassen", so Henkel.

Ex-Pirat Christopher Lauer, der im Berliner Abgeordnetenhaus als innenpolitischer Sprecher noch der Fraktion angehört, hatte sich vergangenen Mittwoch schnell festgelegt: "Für mich lassen die Ereignisse der vergangenen Tage nur den Schluss zu, dass es sich bei dem Feuer um einen Brandanschlag handelt", teilte Lauer in einer Mitteilung mit und forderte Henkel auf "mit der vollen Härte des Gesetzes" gegen die möglichen Täter vorzugehen. Nach den neuesten Ermittlungsergebnissen am Samstag kommentierte Lauer auf Twitter: "Hätten halt auch Nazis sein können. Hab kein Problem damit gewaltbereite Nationalisten vorzuverurteilen."

Rund 900 Flüchtlinge in der Nähe untergebracht

Tagelang hatte die Polizei recherchiert, ob es sich bei dem Feuer um einen Brandanschlag gehandelt haben könnte - auch unter dem Eindruck der Geschehnisse im brandenburgischen Nauen, wo einen Tag zuvor eine Turnhalle ausgebrannt war. Die Ermittler hatten dort Reste von Brandbeschleunigern entdeckt und gehen deshalb von einem fremdenfeindlichen Anschlag aus.

Bei dem Großbrand in Berlin-Wittenau wurde die Turnhalle komplett zerstört. Spürhunde hatten hier ebenfalls nach Brandbeschleuniger gesucht, ein Mann war vorübergehend in Gewahrsam genommen worden. Doch in beiden Fällen hatten die Untersuchungen keine Ergebnisse gebracht.

Die Sporthalle wurde von Sportvereinen, aber auch von Flüchtlingskindern genutzt. Auf dem Gelände sind, in unmittelbarer Nähe der Brandstelle, rund 900 Flüchtlinge in vier Häusern untergebracht. Verletzt wurde bei dem Brand niemand.

Abgebrannte Sporthalle in Wittenau

Sporthalle in Reinickendorf in Flammen

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