Aktionstag Berlin sagt Danke! (Quelle: dpa)
Video: Abendschau | 31.01.2016 | Sabrina N'Diaye

Aktionstag zu Ehren der Flüchtlingshelfer - Zehntausende bei "Berlin sagt Danke"

Um sich für die Unterstützung der Bürger in der Flüchtlingshilfe zu bedanken, haben der Senat und die Kirchen am Sonntag zu mehr als 100 kostenlosen Veranstaltungen eingeladen. Zehntausende Berliner nutzten das Angebot - allein vor dem Zoo bildete sich eine mehrere Hundert Meter lange Schlange.

Beim Aktionstag "Berlin sagt Danke" haben zehntausende Menschen den freien Eintritt in zahlreiche Kultur- und Freizeiteinrichtungen genutzt. Mit dem Aktionstag wollte sich das Land bei allen ehrenamtlichen Flüchtlingshelfern bedanken. Eingeladen waren jedoch alle Berliner - nicht nur aktive Helfer. Mehr als 100 Institutionen beteiligten sich, darunter alle landeseigenen Einrichtungen wie Museen, Theater, Zoo oder Tierpark.

Am Zoo bildete sich bereits am Sonntagvormittag eine mehrere Hundert Meter lange Schlange. Das Kontingent von 1.500 Freikarten war schnell aufgebraucht. Auch am Tierpark drängten sich die Besucher. Mitarbeiter sagten, es kämen so viele Menschen wie sonst nur an einem Wochenende im Sommer. Länger warten, mussten die Besucher vor allem am Elefantenhaus, wo viele das wenige Wochen alte Elefantenbaby Edgar sehen wollten.

Funkturm blieb wegen zu starkem Wind geschlossen

Das Programm für den Tag, der im Dezember vom Abgeordnetenhaus beschlossen wurde, beinhaltete neben freiem Eintritt in viele Häuser - darunter das Naturkundemuseum und das "Museum der Dinge" (Werkbund-Archiv) - auch zahlreiche kostenlose Führungen. Pech hatten jedoch Besucher, die sich auf den Weg zum Funkturm machten. Dessen Aussichtsplattform blieb wegen zu starkem Wind geschlossen.

Für viele Veranstaltungen war zudem eine Voranmeldung erforderlich, um sie kostenlos besuchen zu können - so etwa bei der Performance an der Volksbühne, bei der nur 20 Tickets kostenlos ausgegeben wurden. Ein Violinkonzert mit 1.500 Zuschauern im Foyer der Philharmonie war dagegen für alle Zuschauer kostenlos.

Michael Müller beim Aktionstag "Berlin sagt Danke!" (Quelle: dpa)
Michael Müller sagte beim Aktionstag: Die größte Aufgabe steht den Berlinern noch bevor.

Müller: Die größte gemeinsame Aufgabe steht noch bevor

Dem Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) lag besonders der "Markt der Möglichkeiten" im Roten Rathaus am Herzen, den er am Mittag selbst eröffnete. Hier stellten Initiativen und Sozialverbände ihre Arbeit vor und zeigten, auf welche Weise Flüchtlinge unterstützt werden können.

"Für die Unterbringung und Versorgung der rund 80.000 Asylsuchenden, die im
vergangenen Jahr auf der Flucht vor Krieg und Verfolgung nach Berlin kamen, sind die vielen Ehrenamtlichen wichtig und unverzichtbar", sagte Müller. Er rief die Berliner zugleich auf, sich weiter zu engagieren. Mit der Integration der Flüchtlinge stehe die größte gemeinsame Aufgabe noch bevor, betonte der Regierungschef.  Zugleich räumte Müller ein, er sei sich "bewusst, dass wir an einigen Stellen nicht so schnell vorankommen, wie ich es mir wünsche."

Vor allem an den unhaltbaren Zuständen vor dem Lageso hatten auch viele ehrenamtliche Helfer immer wieder Kritik geübt.

Auch die Kirchen beteiligen sich

Auch die beiden großen Kirchen beteiligten sich an dem Aktionstag. Die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) lud zu sieben Dankgottesdiensten in den Stadtteilen Kreuzberg, Wedding, Friedrichshain, Reinickendorf, Karlshorst und Zehlendorf ein.  

Zudem veranstaltete der Evangelische Kirchenkreis Stadtmitte drei Stadtführungen zu Orten, in denen es besonders um soziales Engagement, religiöse Vielfalt und Berlin als Zufluchtsort für Glaubensflüchtlinge geht. Das Erzbistum Berlin bot Führungen durch die Sankt-Hedwigs-Kathedrale an. Zu besichtigen war auch die Apostolische Nuntiatur in Neukölln mit Begrüßung durch den Papst-Botschafter, Erzbischof Nikola Eterovic.

Beitrag von Sabrina N' Diaye

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