Flüchtlinge vom Oranienplatz drängen in eine Unterkunft der Caritas Berlin. (Foto: dpa)

Forderung der Berliner Caritas - Flüchtlinge müssen schneller an ihr Geld kommen

Viele Flüchtlinge müssen offenbar Hunger leiden, weil sie zu lange auf ihr Geld warten müssen. Ulrike Kostka, Direktorin der Berliner Caritas, macht daher Druck. Das Lageso müsse die Gelder schneller auszahlen. Die Heime könnten das nicht leisten: "In einer Turnhalle kann man kein Geld auszahlen."

Nach den Krisengesprächen zur Situation am Lageso hofft der Caritasverband Berlin, dass sich die Versorgung der Flüchtlinge durch das Landesamt für Gesundheit und Soziales verbessert. Wie Caritas-Direktorin Ulrike Kostka am Mittwoch dem rbb sagte, kann es nicht sein, dass Menschen kein Geld für Essen bekommen. Härtefälle könnten deshalb ab Donnerstag telefonisch einen Auszahlungstermin beim Lageso vereinbaren.

Caritas lehnt Auszahlung an Flüchtlinge ab

Da die aktuellen Flüchtlingszahlen etwas zurückgegangen seien, habe man zugesichert, Personal aus der Erstaufnahme in den Bereich zentrale Leistungsaufnahme zu verlegen. Damit sei das Problem aber noch nicht gelöst. Sozialsenator Mario Czaja (CDU) hatte vorgeschlagen, das Geld direkt in den Heimen auszuzahlen. Die Caritas habe das aus Sicherheitsgründen abgelehnt, sagte Kostka dem rbb-Inforadio, weil das zu "Verteilungskonflikten" führen könnte. "In einer Turnhalle kann man kein Geld auszahlen." Allerdings betonte Kostka, dass es ein bis zwei Wochen dauern könnte, bis Betroffene ihr Geld bekämen.

Entscheidend sei, dass die Prozesse verbessert werden und auch mehr Personal zur Verfügung steht. Die Entwicklung, so Kostka, sei absehbar gewesen, sagte die Caritas-Direktorin: "Spätestens ab März rechnen wir damit, dass die Flüchtlingszahlen wieder hochgehen werden. Und dann ist natürlich die Frage, welche Kapazitäten haben wir für die Erstregistrierung."

Flüchtlinge bekommen 359 Euro pro Monat

Die Beträge, die Flüchtlingen in Berlin und Brandenburg zustehen, liegen etwas unterhalb der Hartz-IV-Sätze: So bekommt ein alleinstehender Erwachsener 216 Euro Grundsicherung und 143 Euro Taschengeld, zusammen 359 Euro pro Monat. Zum Vergleich: Der Regelsatz für Hartz IV liegt momentan bei 399 Euro pro Monat.

Das könnte Sie auch interessieren