Polizeikräfte verschaffen sich einen Überblick am Eingang der besetzen Gerhart Hauptmann Schule (Quelle: Björn Kietzmann)

Berliner Senat will zusätzliche Bauten errichten - In die Gerhart-Hauptmann-Schule ziehen neue Flüchtlinge ein

Rund 20 Flüchtlinge halten seit anderthalb Jahren die Gerhart-Hauptmann-Schule in Berlin-Kreuzberg besetzt. Noch vor kurzem versuchte der Bezirk, das Gebäude zu räumen - vergeblich. Nun quartiert der Senat neue Flüchtlinge in der Schule ein, auf dem Gelände sollen zudem weitere Notquartiere gebaut werden.

Auf dem Gelände der ehemaligen Gerhart-Hauptmann-Schule in Berlin-Kreuzberg soll eine Notunterkunft für Flüchtlinge entstehen. Im Nordflügel des Schulgebäudes werde dabei zunächst Ende Januar ein Quartier mit mehr als 100 Plätzen öffnen, teilte das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg am Freitag mit.

Die Umbauarbeiten am Nordflügel seien abgeschlossen, sagte Finanzstadträtin Jana Borkamp (Grüne) am Freitag. Der Bezirk hatte die Pläne bereits im September angekündigt.

Auf der Freifläche im Hof der Schule sowie an der Straße werde außerdem ein Neubau errichtet, hieß es. Der erste Spatenstich für das Wohnhaus für Flüchtlinge, Studenten, wohnungslose Frauen und einkommensschwache Familien könne im Herbst erfolgen, berichtete zuvor die "tageszeitung".

130 Wohnungen in Modularbauweise

Die Wohnungsbaugesellschaft Howoge und das Architektenbüro Zappe planen demnach in Modularbauweise 130 Wohneinheiten für Flüchtlinge, Studenten, wohnungslose Frauen und einkommensschwache Familien.

Im Südflügel des Gebäudes leben nach der Besetzung aus dem Jahr 2012 nach wie vor rund 20 Flüchtlinge. Sie wollen dort ein Zentrum für Flüchtlinge einrichten, müssen dafür aber noch einen Träger finden, der auch die Miete übernehme, wie Borkamp sagte. Jährlich zahlt der Bezirk mehr als eine Million Euro für den Unterhalt des Geländes. Am teuersten sind die Wachleute, die rund um die Uhr vor dem Gelände stehen und neue Besetzer abhalten sollen.

Bezirk wollte Schule eigentlich räumen

Das könnte Sie auch interessieren

Warten vor dem ICC (Quelle: rbb/Nina Amin)

Video: Klartext | 29.07.2016 | Gabi Probst - Steuergeldverschwendung beim Lageso

Seit einem Monat müssen in Berlin lebende Flüchtlinge für Anträge und Leistungen in die neu geschaffene Außenstelle im ICC gehen, um dann mit von privaten Firmen angemieteten Bussen zum Hauptsitz der Behörde in die Turmstraße gefahren zu werden. Dieser Vorgang ist nicht nur umständlich, sondern auch mit hohen Kosten für den Steuerzahler verbunden.

Die syrische Schauspielerin May Skaf (r) spricht am 28.06.2016 vor dem Gorki-Theater in Berlin im Rahmen der Aktion "Flüchtlinge fressen" des Zentrums für politische Schönheit zu den Anwesenden (Quelle: dpa/Rainer Jensen)

Nach fast zwei Wochen - Kunstaktion "Flüchtlinge fressen" endet unblutig

Die umstrittene Kunstaktion "Flüchtlinge fressen" ist am Dienstagabend vor dem Berliner Maxim-Gorki-Theater unblutig zu Ende gegangen. Die syrische Schauspielerin sagte die Aktion vor dem Tigerkäfig in einer dramatischen Rede ab. Anschließend lenkten die Initiatoren die mediale Aufmerksamkeit auf eine ganz reale Fluchtgeschichte.