Flüchtlinge am Lageso (Bild: dpa/Kay Nietfeld)

Lageso soll unwirtschaftlich gearbeitet haben - "FAZ": Millionenschaden bei der Unterbringung von Flüchtlingen

Das Berliner Lageso kommt aus den Negativschlagzeilen nicht heraus. Diesmal wird der Behörde in einem Zeitungsbericht vorgeworfen, bei der Unterbringung von Flüchtlingen durch unwirtschaftliches Vorgehen einen großen finanziellen Schaden verursacht zu haben.

Dem Land Berlin ist einem Zeitungsbericht zufolge bei der Suche nach Flüchtlingsunterkünften ein Schaden in Millionenhöhe entstanden. Das Landesamt für Gesundheit und Soziales habe durch unwirtschaftliches Verhalten Schäden von mindestens 1,6 Millionen Euro verursacht, meldet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Weitere Einbußen von rund 2,1 Millionen Euro seien noch zu prüfen.

Die Zeitung beruft sich auf einen unveröffentlichen Bericht der zuständigen Senatsverwaltung. Demnach wurden die wichtigsten Verwaltungsvorgänge sämtlicher Einrichtungen der Flüchtlingsunterbringung in der Zeit von Januar 2010 bis Juli 2015 von Betriebsprüfern untersucht.

Eine Sprecherin der Sozialverwaltung sagte dem rbb, sie könne die Angaben nicht kommentieren. Es handele sich um interne Unterlagen. Diese würden dem Abgeordnetenhaus noch vorgelegt. Wirtschaftsprüfer hatten dem Lageso bereits im vergangenen Jahr schwere Mängel bei der Vergabe von Asylunterkünften nachgewiesen.

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