Blick in ein Zimmer einer Jugendherberge (Quelle: dpa)

Vereinbarungen laufen aus - Flüchtlinge müssen bald aus Jugendherbergen ausziehen

Berliner Jugendherbergen hatten rund 200 Betten für minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt. Der Normalbetrieb ist nebenher weitergelaufen. Doch die Vereinbarungen laufen nun aus. Spätestens Ende März will man überall zum Normalbetrieb zurückkehren. Die jungen Flüchtlinge müssen ausziehen - teilweise schon jetzt.  

Minderjährige Flüchtlinge, die in Berliner Jugendherbergen untergebracht sind, müssen in den kommenden zwei Monaten die Unterkünfte verlassen. Laut zuständiger Jugendverwaltung des Senats und dem Deutschen Jugendherbergswerk (DJH) soll in den nächsten zwei Monaten zum Normalbetrieb zurückgekehrt werden. Bis Ende Februar sollten die Flüchtlinge laut Vereinbarung aus zwei der drei Herbergen ausziehen, aus der dritten Ende März. Der Präsident des DJH-Landesverbands Berlin-Brandenburg, Alexander Fritzke, sagte: "Wir haben wieder begonnen, für den Zeitpunkt nach der Belegung zu buchen".

Über Silvester herrschte schöne Stimmung

Die jungen Flüchtlinge müssen also in den kommenden Wochen ausziehe. "Ob das wirklich passiert, wissen wir nicht", schränkte der Präsident des Jugendherbergslandesverbandes Fritzke ein. "Wenn nicht, finden wir natürlich eine Lösung. Wir würden die Jugendlichen keinesfalls auf die Straße setzen." Laut Senatsjugendverwaltung läuft der Umzug bereits: "Platzkapazitäten haben wir, es gibt keine Nöte, die daraus entstehen", sagte ein Sprecher.

Das Deutsche Jugendherbergswerk (DJH) hatte im vergangenen Juli knapp 200 Betten in Berliner Herbergen für die Erstaufnahme jugendlicher Asylbewerber bereitgestellt. Der Senat hatte die Unterbringung im Rahmen der regulären Tagespreise des DJH bezahlt. Der gewöhnliche Tourismusbetrieb ist weitergelaufen. Probleme hätte es so gut wie keine gegeben, sagte Fritzke. "Gerade über das Silvester-Wochenende herrschte eine schöne Stimmung, es wurde viel zusammen gesessen und geredet." In den vergangenen Monaten habe man einzelnen Gruppen aus Platzgründen absagen müssen. "Aber da war immer großes Verständnis."

Auch Buckow wurde als Flüchtlingsunterkunft genutzt

Auch die Jugendherberge in Buckow (Märkische Schweiz), die als einzige in Brandenburg als Flüchtlingsunterkunft genutzt wurde, wird Ende März freigegeben. Insgesamt standen dort seit November 29 Plätze zur Verfügung, zur Zeit sind noch 17 Jungen im Alter von 14 bis 18 Jahren untergebracht. Weitere Anfragen von Gemeinden, die Jugendherbergen als Unterkünfte nutzen wollten, gebe es nicht, sagte DJH-Landesverbandspräsident Fritzke.

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