Polizeieinsatz (Quelle: imago)

Verletzte in Adlershof und Lichtenberg - 100 Menschen geraten in Flüchtlingsunterkunft aneinander

Bei Schlägereien in Berliner Flüchtlingsunterkünften sind in der Nacht zu Freitag mehrere Menschen verletzt worden. Zu den Auseinandersetzungen kam es in Heimen in Lichtenberg und Adlershof. Bei der Ankunft neuer Flüchtlinge in Adlershof gerieten 100 Menschen aneinander.

In einer Flüchtlingsunterkunft in Adlershof haben sich am Donnerstagabend rund 100 Flüchtlinge eine Rangelei geliefert. Anlass für die  Auseinandersetzung war nach Angaben der Polizei die Ankunft einer Gruppe von Flüchtlingen, die in die Unterkunft in der Merlitzstraße einziehen sollten. Die bisherigen Bewohner hätten sich mit den "Neuankömmlingen" nicht einverstanden gezeigt, so die Polizei.

Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes hätten den Streit beenden wollen – daraufhin hätten sich die Angriffe gegen sie gerichtet, heißt es. Ein Mitarbeiter sei durch einen Faustschlag ins Gesicht verletzt worden und anschließend ambulant in einem Krankenhaus behandelt worden.

Die herbeigerufenen Polizisten nahmen drei Heimbewohner zwischen 20 und 24 Jahren fest. Die drei Männer wurden nach erkennungsdienstlichen Behandlungen wieder entlassen. Eine offenbar unbeteiligte schwangere 17-jährige Bewohnerin wurde nach Polizeiangaben bei der Rangelei gestoßen und kam mit Schmerzen im Unterleib zur Behandlung in eine Klinik.

Schlägerei mit Kanthölzern

Kurz nach Mitternacht alarmierten dann  Sicherheitsmitarbeiter einer Unterkunft in der Lichtenberger Treskowallee die Polizei: 40 Heimbewohner seien unter anderem mit Holzlatten und Kanthölzern auf sie losgegangen. Zu der Auseinandersetzung sei es gekommen, als die Sicherheitsleute einem stark alkoholisierten Flüchtling den Zutritt verweigerten. Der Heimleiter habe dabei Knochenbrüche im Gesicht erlitten und sei zur stationären Behandlung in eine Klinik gekommen.

Der 21-jährige Tatverdächtige habe das Kantholz dann auf die eintreffenden Diensthundführer geworfen, so der Polizeibericht. Der Biss eines Hundes habe ihn dann gestoppt. Die oberflächliche Wunde wurde anschließend ambulant behandelt, der Verdächtige nach einer erkennungsdienstlichen Behandlung wieder entlassen. Er muss sich nun wegen besonders schweren Landfriedensbruchs und gefährlicher Körperverletzung verantworten.

Ein 26-jähriger Flüchtling wurde bei der Auseinandersetzung leicht verletzt. Er stellte Strafanzeige wegen gefährlicher Körperverletzung gegen die Mitarbeiter der Unterkunft.

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