Flüchtlinge am LaGeSo in Berlin (Quelle: dpa)

rbb exklusiv | Ökumenischer Rat fordert besseren Schutz - Christliche Flüchtlinge am Lageso "vermehrt diskriminiert"

Viele christliche Flüchtlinge werden in Heimen von radikalen muslimischen Mitbewohnern bedroht – das berichtete der rbb im November. Der Ökumenische Rat Berlin-Brandenburg fordert nun Bürgermeister Müller auf, christliche Geflohene besser zu schützen. Auch vor dem Lageso würden Christen vermehrt diskriminiert.

Der Ökumenische Rat Berlin-Brandenburg (ÖRBB) fordert den Berliner Senat auf, christliche Flüchtlinge in den Unterkünften der Stadt besser zu schützen. In einem Brief, der dem rbb vorliegt, warnt der Rat den Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) sowie Sozialsenator Czaja (CDU) vor unhaltbaren Zuständen: "Unkontrollierte islamistische Kräfte" erzeugten in manchen Unterkünften "ein Gefühl der Angst und Ohnmacht".

Bedenklich sei auch die Lage vor dem Landesamt für Soziales und Gesundheit (Lageso) Dort sei der "Sicherheitsdienst vornehmlich durch muslimisches Personal" besetzt und es komme "vermehrt zu Diskriminierungen aufgrund der Religionszugehörigkeit". Christliche Flüchtlinge hätten beispielsweise berichtet, dass ihnen der Zugang zur Abgabe ihrer Unterlagen absichtlich verwehrt worden sei. Immer wieder suchten christliche Flüchtlinge in Berlin Zuflucht in Kirchengemeinden.

Verprügelt, weil er sich weigerte, mitzubeten

Der rbb hatte im November 2015 über Angriffe auf christliche Flüchtlinge in Berlin und Brandenburg berichtet. Ein 29-jähriger Iraner beispielsweise wurde massiv bedroht, weil er sich in einer Flüchtlingsunterkunft in Massow (Landkreis Dahme-Spreewald) weigerte, mit anderen muslimischen Bewohner zusammen zu beten. Der junge Mann war schließlich mit den Nerven so am Ende, dass er versuchte, sich mit Tabletten das Leben zu nehmen.

Auch Pfarrer Paul Klaß von der Phillipus-Nathanael-Gemeinde in Schöneberg berichtete damals, er erhalte häufiger Anrufe von christlichen Flüchtlingen, die ihn fragen, ob er nicht eine Wohnung organisieren könne. Die Christen in den Heimen seien "immens unter Druck", sagte Klaß dem rbb. "Erst fliehen sie wegen ihres Glaubens, haben Gewalt erfahren und stehen jetzt in den Heimen wieder vor diesen Konflikten."

Auch Lutz Amsel, dem für die Heime zuständige Sozialdezernent des Landkreises Märkisch-Oderland, waren Übergriffe durch radikale muslimische Flüchtlinge bekannt. Ein Afrikaner habe während der Hitzeperiode auf ein T-Shirt verzichtet, muslimische Männer hätten ihn daraufhin verprügelt, weil der Anblick die Frauen beleidige. Die Täter seien in ein anderes Heim umgesetzt worden, berichtete Amsel. Der Landkreis kläre bei Aufnahmen in ein Heim zudem präventiv alle neuen Bewohner über Rechte und Pflichten auf.

Viele "schwarze Schafe" bei Sicherheitsdiensten

Der Ökomenische Rat Berlin-Brandenburg fordert nun den Senat auf, eigene Schutzräume für Christen zu schaffen. Zudem müsse es eine bessere "religiöse Mischung" unter den Sicherheitskräften geben. Dass es in dieser Hinsicht Probleme gebe, bestätigte am Donnerstag auch der Chef der ASK Sicherheitsdienste, Hartmut Noll, in einem Interview mit der "Berliner Zeitung". Durch die Flüchtlingskrise gebe es viele "schwarze Schafe" im Sicherheitsbereich, die durch die gestiegene Nachfrage das schnelle Geld machen wollten, sagte er.

Den Anteil ausländischer Mitarbeiter in Sicherheitsdiensten schätzte der Firmenchef auf rund 50 Prozent. "Da kommen auch ethnische Konflikte hinzu und bestimmte Ansichten über Frauen", erklärte Noll. Er kenne aber auch viele Ausländer, die sehr engagiert seien und wäre  froh, wenn er das unter deutschen Mitarbeitern hätte.

Das könnte Sie auch interessieren

Im Vordergund: die Dachkonstruktion des Horst-Korber-Sportzentrums. (Quelle:dpa/Soeren Stache)

rbb exklusiv - Senat lässt Horst-Korber-Sportzentrum sanieren

Bis Mai waren im Berliner Horst-Korber-Sportzentrum Flüchtlinge untergebracht. Im Anschluss sollte es saniert werden. Das allerdings zieht sich jetzt noch ein wenig - wohl erst im Frühsommer 2017 soll es fertig sein. Doch die Zusage des Senats ist jetzt zumindest auf dem Tisch - und ein konkreter Geldbetrag.