Symbolbild: Eine geräumte Notunterkunft wird am 29.01.2016 gereinigt. (Quelle: imago/Michael Schick)

Ehrenamtliche Tätigkeiten vor allem in Unterkünften - In Berlin arbeiten so viele ehrenamtliche Flüchtlinge wie noch nie

Sie arbeiten ehrenamtlich im Bereich Hauswirtschaft, Küche oder Reinigung: Derzeit sind knapp 4.000 der in Berlin lebenden Geflüchteten gemeinnützig engagiert. Das sind so viele wie noch nie zuvor. Für ihre Arbeiten erhalten sie eine Aufwandsentschädigung von etwa einem Euro pro Stunde.

Die Zahl der ehrenamtlich tätigen Flüchtlinge hat in Berlin einen neuen Höchststand erreicht. Während im Februar noch etwa 2.500 Flüchtlinge ein Ehrenamt ausgeübt hätten, seien aktuell knapp 4.000 nach nach § 5 des Asylbewerberleistungsgesetz gemeinnützig engagiert, erklärte Berlins Sozialsenator Mario Czaja (CDU) am Dienstag - das seien so viele wie noch nie zuvor.

Etwa 89 Prozent dieser Flüchtlinge seien dabei direkt in den Unterkünften aktiv (3.510), 415 arbeiteten in gemeinnützigen Vereinen. Diese ehrenamtlichen Arbeiten bieten den Flüchtlingen laut Czaja nicht nur eine sinnvolle Beschäftigung. "Begegnungen in die Stadtgesellschaft hinein sind wichtig, damit die Prozesse der Integration gelingen können", so Czaja. Vielmehr ermöglichten sie den Asylbewerbern auch, bei der Arbeit die deutsche Sprache zu lernen und Kontakte herzustellen - auch über die eigene Unterkunft hinaus. Zudem verbesserten die ehrenamtlichen Arbeitsplätze auch das Zusammenleben in den Flüchtlingseinrichtungen.

Verdienstmöglichkeit: Nicht mehr als 84 Euro im Monat

Um die finanzielle Förderung des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lageso) zu erhalten, müssen die Aufnahmeeinrichtungen ihren Wunsch anmelden, Flüchtlinge gemeinnützig beschäftigen zu wollen. Für jede ehrenamtliche Arbeitsstelle erhielten die Betreiber monatlich 84 Euro pro Flüchtling, erklärte Czaja. Aktuell machten mit 75 Unterkünften etwa die Hälfte aller Berliner Flüchtlingseinrichtungen von dieser Möglichkeit Gebrauch.

Czaja zufolge engagieren sich die meisten Flüchtlinge in den Bereichen Hauswirtschaft, Küche und Reinigung. Aber auch bei der Sprachmittlung oder der Betreuung von Kindern und Senioren seien viele gemeinnützig tätig. Die Flüchtlinge erhielten für ihre Arbeit eine Aufwandsentschädigung von rund einem Euro pro Stunde, erklärte der Sozialsenator. Ihre tägliche Arbeitszeit solle möglichst zwischen sechs und acht Stunden liegen und im Monat nicht über 80 Stunden hinausgehen. Dadurch können die Beschäftigten auf einen Betrag von höchstens 84 Euro monatlich kommen.

Gemeinnützige Arbeit der Flüchtlinge soll ausgebaut werden

"Das nächste Ziel ist nun, die gemeinnützige Arbeit bei den Flüchtlingen weiter auszubauen", sagte Czaja. So sollten mehr soziale Trägereinrichtungen in das Konzept eingebunden werden, damit die Asylbewerber auch mehr in Kontakt mit der Bevölkerung kämen. Der Berliner Senat plane dafür, möglichst schnell weitere 1.000 Stellen für gemeinnützige Arbeiten zu schaffen, kündigte Czaja an.

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