Schausteller befürchten Umsatzeinbußen wegen Flüchtlingen - Flüchtlingscontainer neben Kettenkarussel

Ob Weihnachtsmarkt, Frühlings- oder Oktoberfest - auf Berlins zentralem Festplatz am Kurt-Schumacher-Damm finden das gesamte Jahr über große Volksfeste statt. Neben Imbissbuden und Fahrgeschäften soll ab Juni auch ein Containerdorf für Flüchtlinge auf dem Gelände stehen. Doch dagegen wehren sich die Schausteller.

Der Plan des Senats, ein Containerdorf für Flüchtlinge auf dem zentralen Festplatz in Berlin-Wedding zu errichten, verärgert offenbar die Schausteller - diese haben sich nach Informationen der "B.Z." in einem Brief beim Bezirksamt-Mitte beschwert. Der Senat will auf einem Teil des mehr als 200.000 Quadratmeter großen Areals temporäre Flüchtlingsunterkünfte in Containerbauweise aufbauen lassen. Diese sollen Platz für maximal 500 Menschen bieten, wie der "Tagesspiegel" (Sonntagsausgabe) schreibt.

Containerdorf soll ab Juni stehen

Die Bebauungspläne sind seit längerem bekannt - seit der Senat seine Liste über die 52 Standorte für Flüchtlingsunterkünfte in Berlin veröffentlicht hat. Auf dieser Liste wird auch das geplante Containerdorf am Kurt-Schumacher-Damm 207 aufgeführt, die Adresse des zentralen Festplatzes südöstlich vom Flughafen Tegel.

Ab kommenden Donnerstag wird hier für anderthalb Monate in einem großen Zirkuszelt eine Horror-Show mitsamt Vampiren, Folterkammern und gruseligen Clowns aufgeführt. Außerdem beginnt noch im März das Frühlingsfest auf dem zentralen Festplatz, gefolgt im Juni vom traditionellen Deutsch-Französisches Volksfest - dem größten seiner Art in Deutschland. Zu diesem Zeitpunkt sollen auch die Flüchtlingscontainer auf dem Areal stehen.

Schausteller befürchteten Umsatzeinbußen

Doch geht es nach den Schaustellern, wird bis dahin noch ein Alternativstandort gefunden. Wie die "B.Z." berichtet, haben die Schausteller in dem Brief an das Bezirksamt moniert, sie seien auf den Festplatz angewiesen und befürchteten Umsatzeinbußen, falls auf dem Areal ein Containerdorf entsteht.

Das sieht die Berliner Finanzverwaltung anscheinend anders. Wie eine Sprecherin dem "Tagesspiegel" sagte, betrage die von Schaustellern genutzte Fläche lediglich 60.000 von dem insgesamt 211.000 Quadratmeter großen Areal, so dass ein angrenzendes Containerdorf kein Problem darstelle. Außerdem hat der Bezirk dem Standort Kurt-Schumacher-Damm bereits zugestimmt. Trotzdem prüfe dessen Bezirksbürgermeister Christian Hanke (SPD) derzeit noch, ob die Container für die Flüchtlinge an einem anderen Standort aufgebaut werden könnten.

Berlins zentraler Festplatz am Kurt-Schumacher-Damm

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