Polizeieinsatz (Quelle: imago)

Schlägerei in Lichtenberger Notunterkunft - Gewalt soll nicht von Flüchtlingen ausgegangen sein

In der vergangenen Woche kam es zu einer Auseinandersetzung in einer Flüchtlingsunterkunft in Berlin-Lichtenberg. Nach Angaben der Sicherheitsmitarbeiter sollen die Heimbewohner den Streit begonnen haben. Zeugenaussagen und Handy-Videos stellen den Hergang laut Heimbetreiber nun anders dar.

Nicht Flüchtlinge, sondern Sicherheitsleute sollen die Massenschlägerei am vergangenen Donnerstagabend in einer Notunterkunft in Berlin-Karlshorst ausgelöst haben. Das teilte der Betreiber der Turnhalle im Bezirk Lichtenberg - die SozDia Stiftung Berlin - am Dienstag mit.

Es gebe nach Zeugenaussagen und mehreren ausgewerteten Handy-Videos "keine belastbaren Hinweise" dafür, dass die Gewalt und Provokationen von den Flüchtlingen ausgegangen sind, hieß es. Bei der Schlägerei auch mit Kanthölzern waren der Heimleiter schwer sowie ein Polizist und ein Flüchtling leicht verletzt worden.

Einrichtungsleiter erlitt Gesichtsfrakturen

Zu der Auseinandersetzung sei es gekommen, als ein Bewohner der Notunterkunft dem Einrichtungsleiter und anderen Bewohnern berichtet habe, er sei von Mitarbeitern der Sicherheitsfirma geschlagen worden. Daraufhin hätten einige Mitarbeiter der Sicherheitsfirma dem Einrichtungsleiter und den Bewohnern Konsequenzen angedroht für den Fall, dass sie den Fall bei der Polizei anzeigen würden.

Als der Einrichtungsleiter jedoch die Polizei verständigte, sei die Lage eskaliert. Mitarbeiter der Sicherheitsfirma hätten zu Holzlatten gegriffen, der Einrichtungsleiter habe sich zwischen die Konfliktparteien gestellt - und wurde von einem Metallgegenstand getroffen, der von einem der Sicherheitsleute geworfen wurde. Er erlitt Gesichtsfrakturen und liegt zur stationären Behandlung im Krankenhaus.

Auseinandersetzung auch in Adlershof

Am selben Tag kam es auch zu einer Auseinandersetzung in einer Flüchtlingsunterkunft in Adlershof. Rund 100 Flüchtlinge lieferten sich eine Rangelei, weil eine neue Gruppe in das Heim einziehen sollte.

Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes hätten den Streit beenden wollen – daraufhin hätten sich die Angriffe gegen sie gerichtet, heißt es. Ein Mitarbeiter sei durch einen Faustschlag ins Gesicht verletzt worden und anschließend ambulant in einem Krankenhaus behandelt worden.

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