Ein Tiger geht am Donnerstag (16.06.2016) in einem Aufbau der Aktion "Flüchtlinge Fressen - Not und Spiele" in einem Käfig vorm Gorki Theater entlang (Quelle: imago/CommonLens)

Neue Aktion des "Zentrums für politische Schönheit" - "Wir suchen Flüchtlinge, die bereit sind, sich fressen zu lassen"

Das "Zentrum für politische Schönheit" hat eine neue provokante Aktion gestartet: Aktivisten haben in Berlin-Mitte eine Arena mit vier Tigern aufgebaut. Das Künstlerkollektiv ruft nun Migranten auf, sich dort fressen zu lassen - sollte die Bundesregierung Flüchtlinge weiterhin nicht einfliegen lassen.

Das "Zentrum für politische Schönheit" (ZPS) hat am Donnerstag eine neue Solidaritätskampagne für Flüchtlinge gestartet. Im Rahmen der Aktion riefen die Aktivisten, die für provokante Kunstaktionen bekannt sind, verzweifelte Menschen "mit Flüchtlingshintergrund" dazu auf, sich am 28. Juni 2016 "öffentlich fressen zu lassen". Vor dem Gorki-Theater in Berlin-Mitte habe das Zentrum dazu eine Arena aufgebaut, heißt es: "Vier libysche Tiger warten auf Flüchtlinge."

Mit der Aktion will das Zentrum nach eigenen Angaben gegen Paragraf 63 Absatz 3 des Aufenthaltsgesetzs protestieren. Dieses verbietet Beförderungsunternehmern bei Strafe, Ausländer ohne Pass und Aufenthaltserlaubnis ins Bundesgebiet zu bringen. Die Aktivisten bemängeln, dass dadurch Flüchtlinge nicht auf sicherem Weg nach Europa gelangen können, sondern von der Türkei aus die gefährliche Fahrt über das Mittelmeer machen müssten.

Zahlreiche Familienangehörige von Flüchtlingen, die bereits in Deutschland seien, würden noch in der Türkei festsitzen, kritisiert das Zentrum. Auch diese seien vom Ertrinkungstod bedroht. Daher werde das ZPS mit Hilfe von Spendengeldern versuchen, mit einem Flugzeug - der "Joachim 1" - 100 Menschen einfliegen lassen.

"Entscheiden Sie, wer ertrinken soll"

In einem Video des Zentrums heißt es: "Spenden Sie, damit die 'Joachim 1' abheben kann und entscheiden darüber, welche Familien an Bord Platz nehmen können und welche im Mittelmeer ertrinken sollen."

Screenshot aus dem Video "Flüchtlinge fressen" des Zentrums für politische Schönheit (Quelle: ZPS/rbb)
Spender sollen anklicken können: "soll fliegen" oder "soll sterben"

Sollte die Bundesregierung den Paragrafen nicht umgehend abschaffen und die Menschen einfliegen lassen, werde das Flugzeug in den Vatikan ausweichen, heißt es zu Beginn des Videos. An anderer Stelle heißt es, das Flugzeug werde möglicherweise leer, aber "in jedem Fall am 28. Juni" in Berlin landen. "Eine Nicht-Äußerung nehmen wir als Nein", heißt es.

Abendliche Aufführungen vor dem Theater

Die Arena mit den Tigern ist nach Angaben des ZPS täglich von 10 bis 22 Uhr geöffnet; laut "Tagesspiegel" werden die Tiere vom Maxim-Gorki-Theater betreut.

Außerdem wird das Stück "Not und Spiele" vor dem Theater aufgeführt; ab 19.30 Uhr gibt es Diskussionsrunden und eine kommentierte Fütterung der Tiger.

Kreuze für Mauertote entwendet

Es ist nicht das erste Mal, dass die politische Künstlergruppe "Zentrum für Politische Schönheit" (ZPS) mit seinen Aktionen provoziert und die Aufmerksamkeit auf politisch brisante Themen lenkt. Zum Jahrestag des Mauerfalls am 9. November 2014 hatte die Gruppe 14 Kreuze an der Gedenkstätte "Weiße Kreuze" entwendet, um auf die Lage der Flüchtlinge an der europäischen Grenze aufmerksam zu machen. Die Aktion hatte bundesweit für Aufsehen und kontroverse Debatten gesorgt.

Im vergangenen Juni kündigten die Aktivisten an, sie wollten ertrunkene Flüchtlinge exhumieren und in Berlin bestatten lassen. Im Oktober letzten Jahres startete eine Aktion, bei der Rettungsinseln im Mittelmeer verankert werden sollten.

Chronologie der Aktionen des Zentrums für politische Schönheit

Kommentar

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14 Kommentare

  1. 14.

    warum sucht keiner Politiker? weil sie zu Zäh sind, gell?

  2. 13.

    fehlt nur noch Flüchtlinge an den Grenzen abschießen dürfen, wie damals Büffel aus dem Zug, oder Indianer, gell?

  3. 12.

    Tiger-Antanzen von Migranten, tolle Aktion. Wo gibt es Eintrittskarten? Hoffentlich gibt es genug Freiwillige! Viele Mutige scheint es nicht zu geben.

  4. 11.

    Tiger-Antanzen von Migranten, tolle Aktion. Wo gibt es Eintrittskarten? Hoffentlich gibt es genug Freiwillige! Viele Mutige scheint es nicht zu geben.

  5. 10.

    Volle Zustimmung. Schlimm genug, daß derlei Kunst vermutlich bereits Steuergelder verschlungen hat. Die Schmarotzer leiden doch notorisch an Geldnot und nassauern sich ihre "Kunstförderung" vom Staat.

  6. 9.

    Was können denn die Tiger dafür? Das ist Missbrauch von Tieren, die unter Artenschutz stehen. Tiger fressen keine Menschen, sie müssten sich sonst übergeben. sie zerfleischen sie höchstens. Und wenn sie das tun, werden sie getötet. Wie pervers geht es denn noch?

  7. 8.

    LESEN:::NACHDENKEN:::VERSTEHEN

    Glückwunsch zu der super Aktion...!!!
    VIEL ERFOLG

  8. 7.

    Diesen Idioten überhaupt noch eine Plattform zu bieten, ist sträflich. Sollen Sie doch auf Ihre eigenen Kosten die Flüchtlinge alle per First-Classe holen und danach ständig für alles, einschließlich aller Kosten, aufkommen, ganz persönlich. Zusätzlich für die Sicherheit sorgen und alle Dinge, die dazu gehören. Und das für die gesamten weiteren Jahre, aber nicht auf Kosten der Deutschen, die täglich mühevoll dafür sorgen, dass es in Deutschland überhaupt möglich ist, 93 Milliarden für die bisherigen Flüchtlinge auszugeben.

  9. 6.

    Vielleicht sollten sich die Vollpfosten von Aktivisten lieber selber fressen lassen. Obwohl ich glaube, dass die armen Tiger sich dabei den Magen verderben!

  10. 5.

    Abartig - geschmacklos und widerlich

  11. 4.

    Bitte? Menschen an Tiger verfüttern ist jetzt Humanismus? Gehts denen noch ganz gut?
    "Zentrum für politische Schönheit" erinnert mich jetzt schon an George Orwell. Man darf politischen Wandel nicht erpressen. Das erinnert mich alles stark an die Flüchtlinge, die in dem Fluss vor idomeni ertrinken mussten, weil ein paar Aktivisten einen PR-Plan ausgeheckt hatten.

  12. 3.

    Ganz klarer Fall für die Psychatrie und den Verfassungsschutz!

  13. 2.

    Bigott ist eine Welt in der manche Menschen jederzeit mit einem Flugzeug überall hin fliegen können und wenn gewünscht da auch gern bleiben dürfen - und manche eben nicht. Die jeweiligen Gründe für jene Flugreisen zusätzlich in den Zusammenhang zu setzen sprengt jeden Rahmen für eine Diskussion.

  14. 1.

    Der Zweck heiligt meiner Meinung nach hier nicht die Mittel! Die einen Lebewesen zu missbrauchen, um auf das Leid anderer Leben aufmerksam zu machen ist bigott!

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