Muslimische Familie unternimmt einen Spaziergang über die Felder (Quelle Archivbild: imago/Ralph Peters)

Länder unterzeichnen Asylabkommen - Im Oktober kommen erste Berliner Flüchtlinge nach Brandenburg

Am 17. Oktober sollen die ersten Asylsuchenden aus Berlin ins brandenburgische Wünsdorf ziehen. Berlin und Brandenburg haben jetzt endlich das länderübergreifende Abkommen unterzeichnet, über dessen Details schon seit Mai verhandelt wurde.

Berlin und Brandenburg haben das bundesweit erste länderübergreifende Abkommen zur Unterbringung von Flüchtlingen auf den Weg gebracht.

Die ersten Asylsuchenden, für die eigentlich Berlin zuständig ist, sollen voraussichtlich ab dem 17. Oktober im brandenburgischen Wünsdorf (Teltow-Fläming) aufgenommen werden, sagte eine Sprecherin des Sozialsenats am Donnerstag. Das Abkommen sei am Mittwoch von Sozialsenator Mario Czaja (CDU) und Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) unterzeichnet worden.

Berlin trägt die Kosten der Unterbringung in Brandenburg

Über den Vertrag war mehrere Monate lang verhandelt worden. Im Grundsatz hatten sich Berlin und Brandenburg bereits im Mai geeinigt. Die Landesregierungen hatten schließlich am 6. September die Zusammenarbeit bei der Unterbringung von Flüchtlingen beschlossen.

Berlin trägt dabei die Kosten der Unterbringung von bis zu 1.000 Flüchtlingen in Brandenburg. Der Tagessatz liegt bei 34 Euro pro Flüchtling. Als Mindestbetrag müssen unabhängig von der tatsächlichen Belegung rund 10.000 Euro pro Tag bezahlt werden.

Bei den in die Erstaufnahmeeinrichtung nach Wünsdorf vermittelten Flüchtlingen soll es sich, so eine Sprecherin der Sozialverwaltung im September, überwiegend um Familien handeln. Nur knapp ein Drittel seien allein reisende Männer. Damit konnte eine wichtige Frage der langwierigen Verhandlungen geklärt werden, denn Brandenburg wollte nicht ausschließlich allein reisende Männer aufnehmen - wie es Berlin dem Vernehmen nach zunächst plante.

In Brandenburg stehen sogar Unterkünfte leer

Zuletzt wurde trotz des Beschlusses weiter über Details verhandelt. Berlin hat seit Monaten große Schwierigkeiten, Asylsuchende angemessen unterzubringen. Brandenburg hat hingegen seine Kapazitäten stark ausgebaut, dort stehen sogar Unterkünfte leer.

Das könnte Sie auch interessieren