Betten für Geflüchtete in den Hangars des Tempelhofer Felds (Quelle: dpa/Rainer Jensen)

Streit um Unterkünfte für Geflüchtete - Mario Czaja will kein Containerdorf auf dem Tempelhofer Feld

17 Millionen Euro für ein Containerdorf für Geflüchtete auf dem Tempelhofer Feld, das hält Sozialsenator Mario Czaja nicht für wirtschaftlich. Nun will er das Projekt stoppen. Seine Chancen dafür stehen allerdings schlecht. 

Sozialsenator Mario Czaja will die Pläne für ein Containerdorf für Geflüchtete auf dem Tempelhofer Feld stoppen. Das bestätigte der CDU-Politiker dem rbb. Zuerst hatte die Berliner Morgenpost berichtet.

Er halte die Container für nicht wirtschaftlich, sagte Czaja. Nach Schätzungen der Berliner Immobilien Management GmbH (BIM) im Auftrag der Sozialverwaltung sollen sie 17 Millionen Euro statt der bisher kalkulierten 12,5 Millionen Euro kosten. Czajas Gegenvorschlag: die Notunterkunft im Rathaus Wilmersdorf mit 1.150 Plätzen soll ein Jahr länger genutzt werden als geplant – also bis Mitte 2018 statt wie bisher geplant bis zum 30. Juni 2017.

Berlin Landesamt fuer Fluechtlingsangelegenheiten Vorstellung des Landesamt fuer Fluechtlingsangelegenheiten Berlin durch den Senator fuer Gesundheit und Soziales, Mario Czaja (CDU) am Mittwoch den 20. Juli 2016 (Quelle: imago/Christian Ditsch)
Sozialsenator Mario Czaja

Die so genannten "Tempohomes" auf dem Tempelhofer Feld könnten für zwei Jahre genutzt werden: Das Tempelhof-Gesetz sieht vor, dass Bauten zur Unterbringung von Geflüchteten nur bis Ende 2019 genehmigt sind. Sie würden nach Angaben der BIM erst im Mai 2017 errichtet werden können. Mario Czaja argumentierte, er halte das nicht für die richtige Art, Flüchtlinge unterzubringen.

Es gilt als unwahrscheinlich, dass sich Czaja durchsetzt

Czaja will jetzt den Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses beurteilen lassen, ob die Containersiedlung am Flughafen Tempelhof wirtschaftlich vertretbar ist. Die Entscheidung über den Bau wird dann aber die neue Landesregierung treffen. Finanzsenator Kollatz-Ahnen (SPD) ist für das Containerdorf auf dem Tempelhofer Feld. Er hatte noch am Dienstag verkündet, am Bau aller 18 geplanten Containersiedlungen festhalten zu wollen. Sollten SPD, Linke und Grüne die neue Koalition bilden, gilt es somit als unwahrscheinlich, dass sich Czaja mit seiner Forderung durchsetzt.

In die Container sollen vor allem Geflüchtete ziehen, die jetzt noch in den Tempelhofer Hangars des ehemaligen Flughafengebäudes untergebracht sind. Derzeit leben noch mehr als 27.000 Asylbewerber in Berlin in Notunterkünften.

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