ARCHIV - Zahlreiche Betten stehen am 12.09.2015 in Berlin in einer großen Sporthalle am Olympiapark im Stadtteil Charlottenburg für die Unterbringung von Flüchtlingen (Quelle: dpa/Kay Nietfeld)

Flüchtlinge sollen bis Sommer 2017 ausziehen - Zeitplan für Berliner Turnhallen scheitert erneut

Erst hieß es Anfang September, dann Jahresende - jetzt verzögert sich die Räumung der Turnhallen in Berlin erneut. Derzeit leben noch mehrere Tausend Flüchtlinge in den Hallen. Bis Sommer 2017 will der Senat sie nun wieder für den Vereinssport flottmachen.

Der Termin für die Rückgabe der Turnhallen an die Berliner Schulen ist erneut geplatzt. Wie der Chef der Senatskanzlei Björn Böhning am Dienstag in der Senatspressekonferenz sagte, sollen die Turnhallen erst bis zum Sommer 2017 wieder für den Schul- und Vereinssport zur Verfügung stehen.

Die Hallen sollen demnach bis dahin fertig saniert und leergezogen sein. Ursprünglich sollte das bereits zu Beginn des laufenden Schuljahres erfolgt sein, später war der Termin auf Jahresende verschoben worden.

Weitere Container und Gebäude in Planung

Böhning begründete die erneute Verzögerung mit den unterschiedlichen Sanierungsbedarfen der Turnhallen. In den kommenden Monaten solle nun erhoben werden, wie viel Zeit und Geld für die Sanierungen benötigt wird. Zurzeit leben in Berlin noch 3.700 Flüchtlinge in Turnhallen.

Der Senat kündigte außerdem an, bis Jahresende noch elf Containersiedlungen für Flüchtlinge (Tempohomes) und drei Gebäudekomplexe in Fertigbauweise (MUF) fertigzustellen. Darauf habe sich der amtierende rot-schwarze Senat am Dienstag verständigt, sagte Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen (SPD). "So wollen wir 3.500 zusätzliche Plätze für Flüchtlinge gewinnen", sagte der Senator. Diese würden dringend gebraucht, damit die Menschen aus Turnhallen und anderen Notunterkünften ausziehen könnten.

"Wir sind mit dem Bau der neuen Flüchtlingsunterkünfte langsamer als geplant", räumte Kollatz-Ahnen ein. Ein Grund sei die lange und teils kontroverse Abstimmung mit den Bezirken über die Standorte. Auch die Kosten stiegen. Genaue Zahlen nannte der Finanzsenator nicht.

Mit Informationen von Tina Friedrich

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