Wohnraummangel in Berlin - Nach wie vor wohnen 37.000 Flüchtlinge in Sammelunterkünften

Obwohl in diesem Jahr viel weniger Flüchtlinge nach Berlin kommen, müssen nach wie vor 37.000 Menschen in Sammelunterkünften wohnen. Allein 3600 Menschen schlafen noch immer in Turnhallen. Klicken Sie sich durch die Lage in Bezirken.

Nicht nur den Bürgern, sondern auch der Verwaltung fällt es schwer, bezahlbare Wohnungen in Berlin zu finden.

Deshalb leben derzeit noch immer 37.067 Asylbewerber in beengten Sammelunterkünften, erklärte die zuständige Senatsverwaltung rbb|24. Viele davon in Hallen, die sich eigentlich nicht zum Wohnen eignen: Allein 3.600 Menschen wohnen in 38 zu Notunterkünften umfunktionierten Turnhallen.

Die Hangars des ehemaligen Flughafen Tempelhof bieten zudem etwa Tausend Geflüchteten eine vorübergehende Heimat. Auch im ICC, in der Eventhalle Paulsternstraße, in der ehemaligen Fabrikhalle Mertenstraße und in der Traglufthalle in der Kruppstraße hat die Senatsverwaltung insgesamt rund weitere 3.000 Menschen untergebracht.

Dabei erfasst die Statistik nur jene Flüchtlinge, die noch keinen gesicherten Status haben. Trotzdem wohnen viele anerkannte Flüchtlinge nach wie vor in Sammelunterkünften, weil sie schlicht keinen Wohnraum finden.

Die 37.000 Asylbewerber in Aufnahmeeinrichtungen, Gemeinschafts- und Notunterkünften sind ungleich über Berlin verteilt: In den Bezirken Lichtenberg und Spandau sind je üer 5.000 Geflüchtete untergebracht, während in Friedrichshain-Kreuzberg und Neukölln weniger als 2.000 in Sammelunterkünften wohnen. In allen Bezirken gibt es momentan freie Kapazitäten, insgesamt sind 5.000 Plätze nicht belegt.

In den Aufnahmeeinrichtungen sollen Flüchtlinge im Asylverfahren in der ersten Phase wohnen und versorgt werden. Da es aber dort zu wenig Platz gibt, wohnt mit fast 21.000 Geflüchteten der Großteil in Notunterkünften. Einziger Unterschied zu den Aufnahmeeinrichtungen: Die eilig eingerichteten Notunterkünfte haben geringere Standards. Rund 13.600 Asylbewerber wohnen in Gemeinschaftsunterkünften. Das sind Wohnheime mit eigenen Küchen und einem höheren Maß an Selbstständigkeit. In eigenen Wohnungen oder Wohngemeinschaften wohnen 14.000 Asylbewerber. Wie viele nach wie vor in Hostels und Hotels untergebracht sind, konnte die Senatsverwaltung nicht beantworten.

Zahl ankommender Flüchtlinge sinkt deutlich

Perspektivisch sollen die Notunterkünfte, die kaum Privatsphäre und Komfort bieten, geschlossen werden. Deshalb werden dort auch keine Neuankömmlinge mehr untergebracht, sagt die Sprecherin der Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales.

Dass Notunterkünfte geschlossen werden sollen, hat aber auch mit allgemein sinkenden  Flüchtlingszahlen zu tun. Im laufenden Jahr 2016 haben sich bisher 14.927 Flüchtlinge in Berlin registriert (Stand: 25.10.2016). Zum Vergleich: Im Jahr 2015 wurden 55.000 Flüchtlinge in Berlin registriert. Rund 80.000 Flüchtlinge hat Berlin zeitweilig aufgenommen, ein Teil wurde nach der Registrierung auf andere Bundesländer verteilt.

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