Feldbetten für Flüchtlinge in einer Turnhalle (Quelle: dpa)

Offener Brief gegen Massenunterkünfte in Berlin - Flüchtlingsrat fordert Ende von Unterbringung in Turnhallen

Die Flüchtlinge in Berlins Turnhallen und Hangars müssten so schnell wie möglich in bessere Unterkünfte gebracht werden, fordert der Flüchtlingsrat vom Senat. Die Stimmung in den Massenunterkünften sei zunehmend von Aggression und Depression geprägt.

Der Flüchtlingsrat Berlin fordert von der Berliner Regierung, die Unterbringung von Flüchtlingen in Turnhallen umgehend zu beenden. In einem Offenen Brief an den Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD), die Sozialverwaltung und die Leitung des Flüchtlingsamtes weisen Berliner Willkommensinitiativen und Unterstützer darauf hin, dass immer noch mehr als 3.000 Menschen in Turnhallen untergebracht seien, und dass in diesen Turnhallen menschenunwürdige Bedingungen herrschten.

Das Licht brennt Tag und Nacht

Als ein Beispiel wird eine Turnhalle in Pankow  genannt, in der seit einem Jahr Tag und Nacht das Licht brenne, weil sich die Notbeleuchtung nicht ausschalten lasse. Besonders für Flüchtlinge mit Traumatisierungen, ältere Menschen, Kinder und Schwangere sei diese Situation extrem belastend.

Die Menschen litten darunter, sich nicht zurückziehen zu können, nicht ruhig zu schlafen und sich nicht selbst versorgen zu können, heißt es in dem Brief. In den Turnhallen und Hangars habe sich Resignation breitgemacht. Außerdem nähmen Aggressionen – auch gegen sich selbst - und Depressionen zu. Viele Flüchtlinge würden kaum noch aufstehen und schafften es deshalb auch nicht, in ihren Integrationskurs zu gehen.  

Der Flüchtlingsrat forderte die Landesregierung auf, die Situation mit der gleichen Dringlichkeit zu beenden, mit der sie vor einem Jahr die Turnhallen zu Notunterkünften umgewidmet habe.

Das könnte Sie auch interessieren

Vorstellung der Kampagne #FreiheitBerlin (Quelle: imago/Christian Ditsch)

Neue Imagekampagne - Berlin wirbt mit der Freiheit

Nach "Sei Berlin" hat sich die Marketinggesellschaft Partner für Berlin eine neue Kampagne ausgedacht: "#FreiheitBerlin" soll die Metropole als "Hauptstadt der Freiheit" präsentieren, weltoffen und tolerant.